https://www.faz.net/-gwz-owdw

Astronomie : Schau mal: Sampo! Und da: Kalevala!

  • -Aktualisiert am

Hat seinen Namen als Mitentdecker des Kometen Hale-Bopp verewigt: Alan Hale Bild: dpa

Einen Stern nach der Liebsten zu benennen ist romantisch. Und gar nicht so einfach. Aber es geht.

          4 Min.

          Unsterblichkeit? Die beiden Hobby-Sternengucker Alan Hale und Thomas Bopp haben es geschafft: Ihre Namen werden auch in ferner Zukunft noch in aller Munde sein, wenn der von ihnen entdeckte Komet Hale-Bopp wieder am Firmament auftaucht.

          Soviel Ewigkeit macht neidisch. Doch angesichts Milliarden noch namenloser Himmelskörper könnte sich auch der Rest der Menschheit ein wenig Nachruhm im All sichern. Wer bereit ist, dafür zu zahlen, kann sich vor Angeboten hilfsbereiter Zeitgenossen kaum retten.

          Kein Stern soll „Tante Susi“ heißen

          Denn viele Agenturen verkaufen Sterne. Genauer: Sie benennen sie und bieten ihren Kunden ein Zertifikat, das die Sterntaufe bezeugen soll. Der Haken dabei ist, daß die Astronomen der zuständigen Internationalen Astronomischen Union (IAU) die Namensgebung nicht anerkennen. In Anbetracht möglicher Sternbezeichnungen wie "Tante Susi" oder "Jeltoronowskaja-Joblanowyj" ist das sogar verständlich. Die Forscher finden die übliche Numerierung praktischer, denn die Sterne sind den Himmelsregionen systematisch zugeordnet und damit leichter auffindbar - einige besonders helle Sterne wie Alpha Centauri sind dabei die Ausnahme. Denn anders als die numerischen Bezeichnungen werden die Namen, die irgendwann irgend jemand den Himmelskörpern verliehen hat, nicht zentral erfaßt. Und damit dürften gerade die besonders beliebten, mit dem bloßen Auge sichtbaren Sterne inzwischen viele Namen haben - bei jeder Agentur einen anderen.

          Die meisten Sternverkäufer betonen auf ihren Internetseiten keineswegs den inoffiziellen Charakter ihres Angebots. Manche erklären immerhin, die Taufe sei ein "symbolischer Akt". Astronomische Summen lassen sich damit trotzdem verdienen: Mehr als 600 Euro kann es schon kosten, einen relativ gut sichtbaren Stern zu benennen, inklusive Zertifikat, Sternkarte und -buch. Die meisten gekauften Sterne sind freilich nur mit dem Fernrohr sichtbar. Die Discounter der Branche bieten sie ab 30 Euro an. Mit 100 Milliarden Sternen allein in unserer Galaxie laufen die Agenturen keine Gefahr, daß sie so bald nichts mehr zum Taufen finden.

          Astronomen halten nichts von Sterntaufen

          Die Astronomen von der IAU nehmen diese Geschäfte mit Befremden wahr. Auf ihrer Internetseite ist von "Scharlatanerie" die Rede. Sterne gehörten niemandem und seien unverkäuflich, heißt es. Kein Wissenschaftler würde die Namen beachten, das Geld für die Zertifikate sei sinnlos ausgegeben. Das lassen die Sternentäufer nicht auf sich sitzen - und nennen die Forscher "unromantisch".
          Doch ihren Sinn für Romantik haben Astronomen schon oft unter Beweis gestellt: bei der Benennung von Asteroiden, jenen Kleinstplaneten von bis zu zehn Kilometer Durchmesser, die wie die Erde und die anderen großen Planeten die Sonne umkreisen. Als Anfang des neunzehnten Jahrhunderts die ersten Asteroiden entdeckt wurden, bekamen sie noch wie ihre großen Geschwister Namen aus der Mythologie. Die ersten vier heißen Ceres, Pallas, Juno und Vesta. Später verwendete man lateinische und griechische Ortsnamen wie Parthenope und Lutetia. Der Asteroid Nummer 45 erhielt den ersten Personennamen: Er wurde Eugenia getauft, nach der Kaiserin Eugenie, der Frau Napoleons III.

          Weitere Themen

          Die Schwere des Lichts

          Relativitätstheorie : Die Schwere des Lichts

          Eine Sonnenfinsternis machte Albert Einstein vor hundert Jahren über Nacht zum Popstar der Physik. Dahinter steckt die vielleicht größte Einzelleistung eines Wissenschaftlers und ein erkenntnistheoretischer Krimi.

          Topmeldungen

          Formel 1 in Brasilien : Ferrari flucht

          Verrücktes Finale beim Formel-1-Rennen in São Paulo: Die beiden Ferrari-Piloten schießen sich gegenseitig ab und scheiden nach der Kollision aus. Der Zoff der Stallrivalen bei der Scuderia eskaliert endgültig.
          Bleibt mehr Geld von der Betriebsrente?

          Betriebsrenten : Zusatzrente vom Chef

          Die Regierung macht Betriebsrenten attraktiver: Künftig werden weniger Krankenkassenbeiträge fällig. Vier Millionen Rentner dürfen sich freuen. Und was ist mit dem Rest?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.