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Astronomie : Neptun holt in der Mond-Rangliste auf

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Gasplanet Neptun: Zahl seiner Monde auf 13 erhöht Bild: Nasa/JPL

Die großen Gasplaneten im äußeren Sonnensystem sammeln durch ihre Schwerkraft Himmelskörper als Monde regelrecht ein. Astronomen haben nun fünf neue Begleiter des Neptun vorgestellt.

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          Amerikanische Forscher haben im Fachjournal „Nature“ fünf Neptun-Monde vorgestellt. Die Trabanten haben Durchmesser von 31 bis 54 Kilometern und kreisen in 5 bis 26 Jahren um den Neptun. Mit diesen Monden hat der Gasplanet Neptun insgesamt 13 bekannte Trabanten.

          Matthew Holman vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und sein Kollege JJ Kavelaars vom kanadischen Forschungsrat hatten die Monde bereits in den Jahren 2002 und 2003 entdeckt, aber erst jetzt in einem Fachblatt beschrieben. Hinweise auf einen sechsten damals entdeckten Mond konnten bei der jüngsten Überprüfung nicht bestätigt werden.

          „Irreguläre Monde“

          Wegen ihrer weiten, elliptischen und geneigten Flugbahnen zählten die Monde namens S/2002 N1, -N2, -N3, -N4 und S/2003 N1 zu den sogenannten irregulären Monden, berichten die Forscher in „Nature“ (Bd. 430, S. 865) vom Donnerstag. Drei von ihnen umkreisen den Neptun in seiner Rotationsrichtung, die zwei anderen Monde seien gegenläufig, schreiben die Astronomen.

          Die kleinen Neptun-Monde seien wahrscheinlich durch Kollisionen im All entstanden, vermuten die Wissenschaftler. Die großen Neptunmonde Nereid und Triton hätten die Überbleibsel dann auf die heute sichtbaren Bahnen gezogen. Auch ein neuerlicher Zusammenstoß zwischen dem Mond Nereid und dem irregulären Mond S/2002 N 1 sei denkbar, schreiben die Wissenschaftler. Die Forscher hatten die weitere Umgebung von Neptun gezielt mit zwei 3,6 und 4 Meter großen Teleskopen nach sich bewegenden Objekten abgesucht.

          Bessere Technik, mehr entdeckte Monde

          „Alle Gasplaneten in unserem Sonnensystem haben irreguläre Monde“, erklärt Tilmann Althaus, Redakteur der Zeitschrift „Sterne und Weltraum“. Den ersten von ihnen, den Saturnmond Phoebe, habe William Henry Pickering im Jahre 1898 entdeckt. In den vergangenen Jahren seien dank verbesserter Technik jährlich mehrere Monde der Gasplaneten entdeckt worden. In den kommenden Jahren würden sicher noch kleinere Neptunmonde gefunden, sagte Althaus. Die Erde hat nach Auskunft von Althaus keine kleinen Monde eingefangen. Am Montag erst berichtete die amerikanische Weltraumagentur Nasa von zwei neu entdeckten Saturnmonden.

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