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Astronomie : Keine behütete Geburt der Sonne

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Überrest einer Supernova Bild: AFP

Die These von einer gleichsam behüteten Geburt ist nach neueren Erkenntnissen wohl nicht mehr haltbar. Eine Supernova-Explosion hat die Voraussetzungen geschaffen.

          1 Min.

          Nach den herkömmlichen Vorstellungen ist die Sonne mit den sie umkreisenden Planeten in einer Molekülwolke entstanden, die sich allein aufgrund ihrer Schwerkraft zusammengezogen und verdichtet hat. Diese These von einer gleichsam behüteten Geburt ist nach neueren astronomischen Erkenntnissen wohl nicht mehr haltbar. Darauf weisen jetzt Forscher der Arizona State University in Tempe in der Zeitschrift "Science" hin.

          Das entscheidende Argument der Wissenschaftler sind die Zerfallsprodukte von Eisen-60 und anderen radioaktiven Isotopen, die in jüngerer Zeit in einigen Meteoriten nachgewiesen worden sind. Eisen-60 hat eine Halbwertszeit von ungefähr anderthalb Millionen Jahren.

          Es wird wie Aluminium-26 und Kalzium-41 produziert, wenn massereiche Sterne als Supernovae explodieren. Wenn sich diese Isotope in der frühesten Jugend des Sonnensystems mit den anderen Bestandteilen vermischt haben, aus denen auch die Meteoriten entstanden, muß damals in der Nachbarschaft mindestens ein massereicher Stern explodiert sein. Solche Objekte haben eine Lebenserwartung von höchstens einigen Millionen Jahren.

          Gewaltige Veränderungen

          Die massereichen Sterne verändern ihre Umgebung gewaltig. Ihre ultraviolette Strahlung erhitzt und ionisiert den überall vorherrschenden Wasserstoff. Die Zone mit ionisiertem Gas dehnt sich rasch aus. In den Stoßfronten an ihren Rändern wird das Gas so stark komprimiert, daß nun sonnenähnliche Sterne entstehen. Expandiert das ionisierte Gas weiter, werden die Protosterne mit den sie umgebenden Scheiben aus Gas und Staub isoliert.

          Wenn bald darauf die massereichen Sterne explodieren und frisches Material in den freien Weltraum gelangt, ändert sich nicht zuletzt der chemische Aufbau der Staubscheiben, aus denen sich schließlich die Planeten formen.

          Die verschiedenen Stufen einer solchen Entwicklung sind mittlerweile in unterschiedlichen Himmelsregionen beobachtet worden. Die Prozesse wirken sich insbesondere auf die chemischen Verhältnisse in Sternsystemen aus. Ob sie auch für die Sonne zutrafen, sollte festzustellen sein.

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