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Astronomie : Furiose Feuerwerke sterbender Sterne

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Spitzer zeigt: Anhaltender Todeskampf eines Sterns in Cassiopeia Bild: Nasa/JPL-Caltech/O. Krause (Steward Observatroy)

Astronomen sprechen gern von der „Schönheit des Todes“. Am Ende ihrer Existenz erzeugen Sterne oft kosmische Feuerwerke. Die Weltraumteleskope „Spitzer“ und „Hubble“ liefern neue Belege.

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          Astronomen sprechen gern von der „Schönheit des Todes“. Am Ende ihrer Existenz erzeugen Sterne oft kosmische Feuerwerke, da sie einen Großteil ihrer Materie von sich schleudern. Die Weltraumteleskope „Spitzer“ und „Hubble“ haben nun neue Belege geliefert. Aufnahmen dieser Art begeistern Laien ebeso wie Fachleute. Die einen bewundern die Schönheit des Kosmos', die anderen erhalten wertvolle Hinweise über die Vorgänge im Weltall.

          Mit Hilfe des Weltraumteleskops „Spitzer“ haben Wissenschaftler des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Astronomie und Kollegen in den Vereinigten Staaten beobachtet, wie ein vor Jahrhunderten explodierter Stern sich mit einem spektakulären Feuerwerk zurückgemeldet. Über ihre Entdeckung berichten sie in einer Online-Veröffentlichung des amerikanischen Fachjournals „Science“.

          Massereicher, aber heißer als die Sonne

          Die Explosion des Sterns, der rund 11.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, war vor 325 Jahren beobachtet worden (Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern). Die verbliebene „Sternenleiche“ im Sternbild Cassiopeia (auch als „Himmels-W“ bekannt) erschien ungewöhnlich ruhig. „Mit ,Spitzer' haben wir nun entdeckt, daß sich der explodierte Stern gewissermaßen noch immer im Todeskampf befindet und durch starke Strahlungsausbrüche ein letztes spektakuläres Feuerwerk in seiner Umgebung entzündet“, berichtete der Hauptautor der Studie, Oliver Krause.

          Hubble zeigt: Tod eines massereichen Sterns

          Der Stern hatte vor seiner Explosion nach Angaben des Astronomen Stephan Birkmann etwa zwanzig- bis dreißgmal so viel Masse wie die Sonne, war aber wesentlich heißer. Solche massereichen Sterne enden bereits nach wenigen Millionen Jahren in einer Supernova-Explosion. Die dabei entstehende Helligkeit kann für kurze Zeit eine ganze Galaxie überstrahlen.

          „Leuchte“ aus der Großen Magellanschen Wolke

          Aus einem besonders massereichen Stern ist der hell leuchtende Supernova-Rest entstanden, den das Weltraumteleskop „Hubble“ vor kurzem fotografiert hat. „N 63 A“, so die Bezeichnung, liegt etwa 160.000 Lichtjahre von der Erde entfernt in der Großen Magellanschen Wolke. Er ist eingebettet in eine Region, in der auch heute noch zahlreiche Sterne geboren werden.

          Der Stern, aus dem die Supernova einst entstand, hat vor seinem Tod mit einem kräftigen das meiste Gas aus seiner Umgebung fortgeblasen. Es entstand eine Art Leerraum, der sich nach der Explosion nach und nach mit den bei diesem Ereignis freigesetzten Gasen füllte, die das aktuelle „Hubble“-Foto dominieren. Der Prozeß spielte sich aber unregelmäßig ab, weil sich noch Restmaterie in dem Leerraum befand.

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