https://www.faz.net/-gwz-nzr3

Astronomie : Einblick in die kosmische Renaissance

  • Aktualisiert am

Das Himmelsgebiet, in dem die Galaxien entdeckt wurden Bild: Esa

Das Teleskop der Europäischen Südsternwarte hat Bilder von Galaxien geliefert, die so weit weg sind, wie noch niemand zuvor geblickt hat.

          1 Min.

          Die Galaxien, die ein deutscher und ein britischer Astronom mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Chile gefunden haben, sind 12.600 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und damit so weit, wie niemand zuvor geblickt hat.

          Um von den Galaxien bis zur Erde zu gelangen, hat das Licht damit neun Zehntel der Zeit gebraucht, die das Universum besteht. Deshalb zeigen die Bilder, die heute bei uns ankommen, sehr junge Galaxien. Damals ging das Universum Astronomen zufolge in eine Phase, die sich als kosmische Renaissance mit der Bildung vieler neuer Sterne beschreiben läßt. Denn im Gegensatz zu heute, wo das Universum mit energiereicher ultravioletter Strahlung aus Quasaren und heißen Sternen durchflutet ist, gab es davor viel „dunklere Zeiten“.

          „Es muß noch mehr geben“

          Bislang waren aus dieser Zeit nur Galaxien entdeckt worden, die einzeln entstanden. Matthew Lehnert aus dem Max-Planck-Institut in Garching bei München und sein Kollege Malcolm Brenner aus Bristol fanden allerdings mindestens sechs Galaxien in einem relativ kleinen Bereich des Himmels. Aus den Beobachtungen konnten die Wissenschaftler zusätzlich schließen, daß es damals viel weniger hellleuchtende Galaxien gab als 500 Millionen Millionen Jahre später. Daraus ergibt sich, daß es in der erforschten Region noch viele weitere Galaxien geben muß, die nicht stark genug leuchten, um entdeckt zu werden.

          Nahbilder der gefundenen Galaxien
          Nahbilder der gefundenen Galaxien : Bild: Esa

          Diese Galaxien sind es der Studie zufolge, die die Mehrheit an Photonen aussenden, die den Wasserstoff im Universum zu dieser Epoche ionisierten. „Unsere Ergebnisse zeigen, daß das zusammengenommene ultraviolette Licht all der entdeckten Galaxien nicht ausreicht, um dieses Gebiet des Himmels zu ionisieren,“ sagt Bremer, „daher muß es viel mehr und kleinere ähnliche Galaxien dort geben, die unsere Geräte nicht erfaßt haben.“

          „Der nächste Schritt wird es sein, das VLT dazu zu benutzen, mehr und schwächer leuchtende Galaxien zu finden“, sagt Lehnert. Denn erst durch eine größere Auswahl an Beispielen sei es möglich, sie genauer zu untersuchen.

          Weitere Themen

          So entstehen Vulkane Video-Seite öffnen

          Erklärvideo : So entstehen Vulkane

          Bei einem unerwarteten Ausbruch des indonesischen Vulkans Semeru sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Wie es zu vulkanischer Aktivität kommt, erklärt diese Videografik.

          Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel

          Indigene Völker : Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel

          Indigene haben endgültig die Bühne der Welt erklommen, als auf dem Klimagipfel ihre Rolle als Wächter des Waldes anerkannt wurde. Aber nichts ist gewonnen, so lange sie nicht die Rechte erhalten, die ihnen zustehen. Ein Gastkommentar.

          Topmeldungen

                        Zuhause bedrängt:  Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping

          Vor Haus von Petra Köpping : Aufmarsch mit brennenden Fackeln

          In Sachsen belagern zwei Dutzend radikale Maßnahmen-Gegner das Privathaus von Gesundheitsministerin Petra Köpping. Der Verfassungsschutz beobachtet die „Querdenker“-Szene im Land zunehmend mit Sorge.
          Damals, im April, die erste Sitzung des Ausschusses im Großen Festsaal im Rathaus von Hamburg

          Cum-ex-Affäre : Staatsanwältin kritisiert Hamburger Behörden

          Im Untersuchungsausschuss zur Cum-ex-Affäre zeigt eine Staatsanwältin wenig Verständnis für das Verhalten der Hamburger Behörden. Eine Frage wird immer dringlicher: Gab es eine politische Einflussnahme?
          Bild der Geschlossenheit: Auch die unterlegenen Präsidentschaftsanwärter versammeln sich nach der Vorwahl der bürgerlichen Rechten um die Siegerin Valérie Pécresse.

          Pécresse tritt gegen Macron an : Eine Präsidentin für Frankreich?

          Zum ersten Mal zieht die bürgerliche Rechte mit einer Frau in den französischen Präsidentenwahlkampf. Valérie Pécresse, die als Vorbilder Angela Merkel und Margaret Thatcher nennt, ist oft unterschätzt worden.