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Astronomie : Einblick in die kosmische Renaissance

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Das Himmelsgebiet, in dem die Galaxien entdeckt wurden Bild: Esa

Das Teleskop der Europäischen Südsternwarte hat Bilder von Galaxien geliefert, die so weit weg sind, wie noch niemand zuvor geblickt hat.

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          Die Galaxien, die ein deutscher und ein britischer Astronom mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Chile gefunden haben, sind 12.600 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und damit so weit, wie niemand zuvor geblickt hat.

          Um von den Galaxien bis zur Erde zu gelangen, hat das Licht damit neun Zehntel der Zeit gebraucht, die das Universum besteht. Deshalb zeigen die Bilder, die heute bei uns ankommen, sehr junge Galaxien. Damals ging das Universum Astronomen zufolge in eine Phase, die sich als kosmische Renaissance mit der Bildung vieler neuer Sterne beschreiben läßt. Denn im Gegensatz zu heute, wo das Universum mit energiereicher ultravioletter Strahlung aus Quasaren und heißen Sternen durchflutet ist, gab es davor viel „dunklere Zeiten“.

          „Es muß noch mehr geben“

          Bislang waren aus dieser Zeit nur Galaxien entdeckt worden, die einzeln entstanden. Matthew Lehnert aus dem Max-Planck-Institut in Garching bei München und sein Kollege Malcolm Brenner aus Bristol fanden allerdings mindestens sechs Galaxien in einem relativ kleinen Bereich des Himmels. Aus den Beobachtungen konnten die Wissenschaftler zusätzlich schließen, daß es damals viel weniger hellleuchtende Galaxien gab als 500 Millionen Millionen Jahre später. Daraus ergibt sich, daß es in der erforschten Region noch viele weitere Galaxien geben muß, die nicht stark genug leuchten, um entdeckt zu werden.

          Nahbilder der gefundenen Galaxien

          Diese Galaxien sind es der Studie zufolge, die die Mehrheit an Photonen aussenden, die den Wasserstoff im Universum zu dieser Epoche ionisierten. „Unsere Ergebnisse zeigen, daß das zusammengenommene ultraviolette Licht all der entdeckten Galaxien nicht ausreicht, um dieses Gebiet des Himmels zu ionisieren,“ sagt Bremer, „daher muß es viel mehr und kleinere ähnliche Galaxien dort geben, die unsere Geräte nicht erfaßt haben.“

          „Der nächste Schritt wird es sein, das VLT dazu zu benutzen, mehr und schwächer leuchtende Galaxien zu finden“, sagt Lehnert. Denn erst durch eine größere Auswahl an Beispielen sei es möglich, sie genauer zu untersuchen.

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