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Astronomie : Die Dimension des Sonnensystems

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Mehr als 1500 Amateure, darunter zahlreiche Schulklassen, haben die Astronomische Einheit neu ermittelt - mit bemerkenswerter Genauigkeit.

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          Am 8. Juni ist der Planet Venus vor der Sonne vorbeigezogen. Ein solches Ereignis ist selten zu sehen, das letzte Mal hatte es im Jahr 1882 stattgefunden. Historisch dienten derartige Okkultationen dazu, die Entfernungen zwischen der Sonne und den Planeten - damals noch grob - zu ermitteln, darunter auch den mittleren Abstand von der Erde zur Sonne, die sogenannte Astronomische Einheit. In diesem Jahr hatten die Europäische Südsternwarte (Eso) und andere Organisationen Amateurgruppen in aller Welt dazu aufgerufen, die Zeiten der Kontakte der "Scheiben" von Sonne und Venus am Himmel genau zu messen. Aus den Daten sollte noch einmal und mit denselben Verfahren, die in früheren Zeiten verwendet worden waren, der Betrag der Astronomischen Einheit hergeleitet werden.

          An der Kampagne haben sich 2763 Beobachtungsgruppen beteiligt, darunter fast tausend Schulklassen. Aus unterschiedlichen Gründen - teils wegen des Wetters, teils wegen instrumenteller Schwierigkeiten - haben aber nur 1510 Gruppen verwertbare Daten geliefert. Es kamen 4550 Kontaktzeiten zusammen. Ihre Verarbeitung mit den historischen Verfahren hat für die Astronomische Einheit einen Wert von 149 608 708 Kilometer mit etwa 11 835 Kilometer Unsicherheit erbracht, wie die Eso jetzt berichtet. Er liegt nur 10 838 Kilometer oder 0,007 Prozent über dem mit Radar gewonnenen Wert. Diese hohe Präzision der Amateurmessungen, die früher auch für Fachleute nicht im entferntesten erreichbar war, spiegelt unter anderem die heutige Präzision der Zeit- und Ortsmessungen sowie instrumentelle Fortschritte.

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