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Astronomie : Deutsche Forscher entdecken jungen Planeten

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So könnte es aussehen: Junger Planet im Inneren einer Gas- und Staubscheibe Bild: Johny Setiawan/ddp

Die typische Gas- und Staubscheibe, aus der sich Planetensysteme entwickelt, existiert am Stern TW Hydrae noch. Im Inneren der Scheibe haben Heidelberger Forscher nun einen Planeten ausgemacht - wohl der jüngste, der bisher entdeckt wurde.

          Astronomen aus Heidelberg haben den bisher jüngsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Sie tauften den Planeten auf den Namen TW Hydrae b, wie das Max-Planck-Institut für Astronomie am Mittwoch mitteilte. Seinen Mutterstern umgebe noch jene Gas- und Staubscheibe, aus der er kürzlich entstanden sei.

          Der neu entdeckte Planet zähle zu den „Schwergewichten“. Er habe etwa die zehnfache Masse des Jupiters, des größten Planeten in unserem Sonnensystem und umlaufe seinen Zentralstern in nur 3,56 Tagen in einem Abstand von etwa sechs Millionen Kilometern.

          Lebensdauer zirkumstellarer Scheiben

          Planeten bilden sich den Angaben zufolge aus Staub und Gas in einer zirkumstellaren Scheibe unmittelbar nach der Geburt des Zentralsterns. Noch seien nicht alle Aspekte dieses Prozesses verstanden. Die Entdeckung von TW Hydrae b liefere aber wichtige neue Hinweise für Theorien der Planetenentstehung, heißt es in einem Artikel in der aktuellen Ausgabe der britischen Fachzeitschrift „Nature“.

          Bisher wussten die Astronomen, dass die Lebensdauer zirkumstellarer Scheiben im statistischen Mittel zehn bis dreißig Millionen Jahre beträgt - diese Zeit steht für die Bildung von Planeten in der Scheibe maximal zur Verfügung, wie das Max-Planck-Institut erläuterte. Die Beobachtung von TW Hydrae b liefert nach Angaben der Wissenschaftler erstmals eine echte obere Grenze für die zur Planetenbildung erforderliche Zeit: Seine Entstehung könne nicht länger als acht bis zehn Millionen Jahre gedauert haben, das Alter des Muttersterns.

          Mehr als 250 Exoplaneten bekannt

          Entdeckt wurde der neue Planet mit Hilfe eines Spektrographen an einem Teleskop der Max-Planck-Gesellschaft und der Europäischen Südsternwarte auf La Silla in Chile.

          Die genauere Erforschung von extrasolaren Planeten, Planeten außerhalb des Sonnensystems, hat Mitte der neunziger Jahre begonnen. Bis heute hätten Wissenschaftler mehr als 250 extrasolare Planeten entdeckt. Da Planeten nahe bei einem hellen Stern wie Glühwürmchen neben einem Flutlichtstrahler erscheinen, ließe sie sich meist noch nicht direkt beobachten. Die Astronomen müssten deshalb auf eine indirekte Nachweismethode ausweichen.

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