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Astronomie : Der Stern Procyon vibriert nicht

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Der Stern Procyon im Sternbild "Kleiner Hund", einem der hellsten Gestirne am Firmament, zeigt keinerlei Anzeichen von Vibrationen. Das ist das überraschende Ergebnis extrem genauer Messungen des kanadischen Satelliten Most.

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          Der Stern Procyon im Sternbild "Kleiner Hund", einem der hellsten Gestirne am Firmament, zeigt keinerlei Anzeichen von Vibrationen. Das ist das überraschende Ergebnis extrem genauer Messungen des kanadischen Satelliten Most ("Microvariability and Oscillations of Stars"). Dieses Weltraumobservatorium ist speziell für die Entdeckung solcher Oszillationen entwickelt worden, wie sie seit langem von der Sonne her bekannt sind. Die Beobachtungen sollen helfen, das Innere der Sterne zu erkunden. Das Verfahren ähnelt der Seismologie, bei der die Wissenschaftler aus dem Verlauf von Erdbeben Rückschlüsse auf das Innere unseres Heimatplaneten ziehen.

          In den vergangenen zwanzig Jahren hatte sich der Procyon als günstigstes Testobjekt für die Frage herausgeschält, ob sich auch bei Sternen, die ja erheblich weiter von der Erde entfernt sind als die Sonne, ein Vibrieren feststellen läßt. Denn Procyon ist massereicher als unser Zentralgestirn und befindet sich daher in einem fortgeschritteneren Entwicklungszustand. Den herkömmlichen Theorien zufolge sollte er deutlich "zittern". Die Beobachtungen schienen das auch zu bestätigen.

          Dem Stern Procyon war die erste Kampagne von Most gewidmet, dessen Messungen eine zehnmal so große Präzision erreichen, wie sie bisher möglich war. Mit dem Satelliten wurde die Strahlung des Objekts 32 Tage lang bis zu achtmal pro Minute registriert ("Nature", Bd. 430, S. 51). Die Lücken, die dabei auftraten, haben zusammen nur sieben Stunden betragen. Insgesamt kamen in der Zeit ungefähr 250000 Messungen zusammen.

          Zur Überraschung der Forscher haben sich in den Daten keinerlei Hinweise auf Vibrationen erkennen lassen. Daraufhin wurden die Sternmodelle noch einmal sorgfältig überprüft, und dabei zeigte sich, daß Procyon tatsächlich stabil sein sollte. Ungeklärt ist, warum frühere Beobachtungen des Sterns Oszillationen vermuten ließen.

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