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Astronomie : Aktive Braune Zwerge

  • -Aktualisiert am

Mehr Strahlkraft als erwartet: ein Brauner Zwerg (l.) Bild: AP

Bisher dachten Astronomen, dass Braune Zwerge keine starken Radiostrahler sind. Nun aber haben aktuelle Messungen das Gegenteil bewiesen. Die Strahlung ist offenbar sogar um einige tausendmal so stark wie jene der Sonne.

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          Braune Zwerge können entgegen früheren Annahmen durchaus starke Radiostrahler sein. Das haben Messungen mit dem Very Large Array gezeigt, einem Radiointerferometer westlich von Socorro in New Mexico. Eine Forschergruppe um Gregg Hallinan von der National University of Ireland in Galway hat mit der Anlage im vergangenen Jahr drei solcher verhinderter Sterne - Objekte mit 15- bis 80-mal so viel Masse wie der Jupiter - aufgespürt, die wie Pulsare rhythmisch Radiostrahlung aussenden.

          Einen der drei Himmelskörper, TVLM 513, hat Hallinan jetzt auf einer Tagung der britischen Astronomen vorgestellt. Offenbar haben die Objekte starke Magnetfelder, in denen durch die Wechselwirkung mit Elektronen Radiowellen entstehen. Diese werden - wie Lichtwellen beim Laser - durch natürliche Maser verstärkt.

          Alle zwei oder drei Stunden ein Radiopuls registriert

          Auf ähnliche Weise wird elektrisch geladenes Gas vom vulkanischen Jupitermond Io im Magnetfeld des Jupiters beschleunigt, wodurch die Radiostrahlung dieses Planeten erzeugt wird. Sie ist stärker als die Radiostrahlung, die von der Sonne ausgesendet wird. Noch wesentlich intensiver, nämlich einige tausend Mal so stark wie jene der Sonne, ist die Strahlung der Braunen Zwerge. Manches deutet darauf hin, dass deren Strahlung von den Magnetpolen der Objekte kommt und bei jeder Umdrehung der Himmelskörper einmal über die Erde streicht.

          Bei Pulsaren, bei denen die Strahlung ähnlich wie bei den Planeten entstehen dürfte, ergibt sich durch diesen Leuchtfeuer-Mechanismus ein Rhythmus von einigen Millisekunden oder Sekunden. Von den Braunen Zwergen, die wesentlich langsamer rotieren, wird dagegen nur alle zwei oder drei Stunden ein Radiopuls registriert. Das Objekt TVLM 513, das die Forscher zehn Stunden lang bei zwei Frequenzen beobachtet haben, sendet alle 1,96 Stunden einen hellen Radioblitz aus.

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