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Am Nordpol des Roten Planeten : Auf dem Mars gibt es Wasser

  • Aktualisiert am

Bild: ap

Historischer Schritt in der Erforschung des Weltalls: Amerikanische Wissenschaftler haben eigenen Angaben zufolge die Existenz von Wasser auf dem Planeten Mars nachgewiesen. Die Phoenix-Mission wird nun verlängert.

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          Auf dem Planeten Mars gibt es Wasser. Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa teilte mit, die Mars-Sonde „Phoenix“ habe mit ihren Instrumenten Eis aus dem Boden des Roten Planeten entnommen und analysiert. Dabei sei bewiesen worden, dass es sich um gefrorenes Wasser handelt. „Wir haben Wasser“, sagte William Boynton von der Universität von Arizona, der das Analysegerät TEGA der Mars-Sonde „Phoenix“ betreut.

          Das Analyse-Gerät TEGA ist eine Art kleiner Ofen, in den ein Roboterarm der Sonde die Bodenproben einlegt. Diese werden dann erhitzt, die entstehenden Dämpfe können dann von den Instrumenten analysiert werden. Der führende Mars-Wissenschaftler der Nasa, Michael Meyer, bezeichnete die „Phoenix“-Mission als Erfolg. „Es ist sehr erfolgreich, der Mars hat sich als sehr interessant erwiesen, mechanisch funktioniert das Raumfahrzeug sehr gut und wir haben genügend Energiereserven, um bis über das Ende des Sommers hinaus weiterzumachen“, sagte Meyer. Er kündigte zugleich eine Verlängerung der Mission bis zum 30. September an.

          Wäre Leben auf dem Mars möglich gewesen?

          Phoenix war am 25. Mai am Nordpol des Roten Planeten gelandet. Mit einer kleinen Baggerschaufel nimmt die Sonde Bodenproben einer weißen Substanz, von der die Forscher seit längerem vermuteten, dass es sich um Eis handelt. Nach der Entdeckung von Wasser soll jetzt die Frage weiter erforscht werden, ob auf dem Mars Leben möglich wäre. „Wir wollen die Geschichte des Eises verstehen, indem wir herausfinden, ob es je geschmolzen ist und dadurch eine flüssige Umgebung geschaffen hat, die den Boden verändert“, sagte „Phoenix“-Wissenschafler Peter Smith.

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          Die Instrumente der rund 350 Kilogramm schweren Sonde „Phoenix“ sollen die Zusammensetzung der Mars-Oberfläche ermitteln. So verfügt „Phoenix“ über einen 2,35 Meter langen Roboterarm, der einen Bohrer etwa einen Meter tief in den Boden treiben kann, bis er die verborgene Eisschicht erreicht. Alle Instrumente müssen bei Temperaturen von minus 73 bis minus 33 Grad funktionieren. Solarzellen sorgen für die Energieversorgung.

          Schon Anfang Juni war unter der Marssonde eine weiße Bodenregion entdeckt worden, die darauf hindeutete, dass hier Eis lag. Aber erst weiße Flecken in einem am 15. Juni von der Schaufel der Sonde gezogenen Graben, die bis zum 19. Juni verschwunden waren, haben die These von diesem Eis unterstützt. Salz hätte sich nicht an der Marsluft aufgelöst, und gefrorenes Kohlendioxid kann sich in der dünnen Marsatmosphäre nur dann über mehrere Tage halten, wenn die Temperatur dauerhaft unter minus 78 Grad Celsius liegt. An der Landestelle schwankte die Temperatur aber im Laufe des Tages zwischen minus 32 und minus 80 Grad Celsius. Auf einem Foto sind im Schatten Eisbrocken zu erkennen, die vier Tage später auf einem zweiten Foto sublimiert waren. Darüber waren die Forscher erleichtert; denn es bestätigt ihre früheren Prognosen - dass in dieser Landeregion mit Eis zu rechnen sei.

          Direktflug zur Weltraumbehörde

          Phoenix-Mission auf der Webseite der Nasa

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