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Klima 2016: Hitzewellen am Pol : Die Klimaexperten sind mit ihrem Latein am Ende

  • Aktualisiert am

Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts fahren zur Kongsfjord-Gletscherfront vor Spitzbergen. Bild: dpa

Der Nordpol im Winter nah am Schmelzpunkt und global ein neuer Temperaturrekord – beschleunigt sich der Klimawandel? Der Weltmeteorologiebehörde gehen die Erklärungen aus.

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          Klimaforscher haben nach dem neuen Wärmerekord im Jahr 2016 im gerade auf der Nordhalbkugel zu Ende gegangenen Winter weitere alarmierende Wetterdaten aufgezeichnet. Mindestens drei Mal sei es in der Arktis zu so etwas wie Hitzewellen gekommen, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Mächtige atlantische Stürme hätten warme, feuchte Luft in die Arktis gebracht. Auf dem Höhepunkt des Winters und der eigentlichen Gefrierperiode habe es Tage mit Temperaturen fast am Schmelzpunkt gegeben. Das habe den polaren Jetstream - einen der Windströme, die sich in großer Höhe um den Planeten ziehen - und damit das Wetter global beeinflusst.

          „Wir sehen bemerkenswerte Veränderungen auf dem Planeten, die die Grenzen unseres Verständnisses des Klimasystems erreichen“, sagte der Direktor für Klimaforschung, David Carlson. „Wir betreten hier absolutes Neuland.“ Durch den Einfluss der polaren Hitzeepisoden auf den Jetstream sei es in den Vereinigten Staaten und Kanada Anfang 2017 ungewöhnlich milde und auf der arabischen Halbinsel und in Nordafrika ungewöhnlich kalt gewesen.

          Die „Todesspirale“ der Arktis dokumentiert die Eisschmelze besonders dratisch. Die Farben stehen für die jeweiligen Monate.Nach innen sind die jeweiligen Eisflächen in der Arktis dargestellt. Beispiel September: der Verlauf der scharzen Kurve zeigt, wie im Monat der geringsten Meereisausdehnung die Eisfläche seit 1979 verändert hat.
          Die „Todesspirale“ der Arktis dokumentiert die Eisschmelze besonders dratisch. Die Farben stehen für die jeweiligen Monate.Nach innen sind die jeweiligen Eisflächen in der Arktis dargestellt. Beispiel September: der Verlauf der scharzen Kurve zeigt, wie im Monat der geringsten Meereisausdehnung die Eisfläche seit 1979 verändert hat. : Bild: Piomas

          2016 sei nicht nur wie schon berichtet das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 gewesen. Auch die Oberflächentemperatur der Meere habe Rekordwerte gehabt. Der Meeresspiegel sei zwischen November 2014 und Februar 2016 um 15 Millimeter gestiegen - der Wert liege damit deutlich über dem durchschnittlichen Anstieg seit 1993 um 3 bis 3,5 Millimeter im Jahr. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts lag der Anstieg bei 20 Zentimetern.

          Die arktische Eisdecke maß am stärksten Tag, dem 24. März, 14,5 Millionen Quadratkilometer - das war der niedrigste Winterwert für den jeweils stärksten Tag im Jahr in der Messreihe seit 1979. Im November sei die Eisdecke an einigen Tagen sogar zurückgegangen.

          Jedes der 16 Jahre seit der Jahrtausendwende sei mindestens 0,4 Grad wärmer gewesen als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Das südliche Afrika sei 2016 mit Hitzerekorden von mehr als 42 Grad in Pretoria gestartet - mehr als drei Grad über dem vorherigen Rekord. In Thailand sei im April ein Hitzerekord von 44,6 Grad und in Indien im Mai von 51 Grad gemessen worden. Im September 2016 sei es in Cordoba in Spanien 45,4 Grad warm gewesen.

          Treibhausgasemissionen seien der Hauptgrund für die Klimaveränderung, stellte der Bericht heraus. Der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre breche „immer neue Rekorde" und der Einfluss des Menschen auf das Klima werde dadurch „immer offensichtlicher", erklärte WMO-Chef Petteri Taalas. Leistungsfähigere Computer und Langzeitdaten zur Klimaveränderung ermöglichten es, die „Verbindung zwischen dem menschengemachten Klimawandel" und extremen Wetterphänomenen „klar aufzuzeigen", hob die
           UN-Behörde hervor.

            

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