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Freilaufende Rinder, lange her : Zeit für Milch

  • -Aktualisiert am

Von Jahreszeiten unbeeindruckt: Milchkühe Bild: Maria Feck/laif

Wie Frucht und Gemüse heute, war Kuhmilch ehedem mal ein typisches Saisonprodukt. Kälber kamen nur zu bestimmten Zeiten im Jahr auf die Welt. Eine zoologische Geschichte des Milchkonsums.

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          Frische Milch, Sahne und Joghurt zu jeder Jahreszeit sind heutzutage selbstverständlich. Eine Kuh kann allerdings nur dann Milch geben, wenn sie ein Kalb geboren hat. Etwa fünf Monate lang lohnt sich danach das Melken, anschließend nimmt der Ertrag rapide ab. Wer jederzeit frische Milchprodukte genießen will, ist also darauf angewiesen, dass Kühe während des ganzen Jahres Kälber zur Welt bringen. Ursprünglich konnten sie das nicht. Wie bei Wildtieren üblich, produzierten Auerochsen, die Urahnen der Milchkühe, nur zu einer bestimmten Jahreszeit ihren Nachwuchs. Nämlich dann, wenn die neue Generation optimale Überlebenschancen hatte. Wie eine internationale Gruppe von Archäologen herausgefunden hat, haben Europas steinzeitliche Viehzüchter der Natur in dieser Hinsicht offenbar freien Lauf gelassen.

          Beobachtungen aus dem sechzehnten Jahrhundert vor Christus, als im heutigen Polen noch letzte Herden von Auerochsen (Bos primigenius) durch den Wald streiften, lassen auf eine kurze Paarungszeit der Tiere im Spätsommer schließen. Etwa neun Monate danach, im späten Frühjahr, wurden dann die Kälber geboren. So eine saisonale Fortpflanzung zeigen auch urtümliche Rassen wie die Schottischen Hochlandrinder mit ihren langen Hörnern und dem zottigen Fell. Vorausgesetzt, sie dürfen sich das ganze Jahr über frei in der Landschaft tummeln. Zwar bleiben dann, anders als beim Auerochsen, die erwachsenen Bullen dauerhaft bei der Herde. Die Kühe kalben aber trotzdem meist pünktlich, sobald wieder nahrhaftes Grün auf den Wiesen sprießt.

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