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Gesundheits-App : Warum alle am Intimarzt graben

Intimität schafft auch Probleme, und wer die hat, braucht diskrete Helfer. Bild: dpa

Die anonyme App eines jungen Assistenzarztes kommt riesig an. Dann spürt er Gegenwind. Und hat plötzlich mehr Feinde, als ihm lieb ist. Die Konzerne reiben sich die Hände.

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          Der „Intimarzt“ befriedigt ein akutes Bedürfnis. Den Wunsch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn etwa, Gesundheits-Apps wie diese möglichst auf breiter digitaler Front auf den Markt zu bringen und die Telemedizin im Land – und vor allem auf dem Land – salonfähig zu machen. Sein neues „Digitale-Versorgung-Gesetz“ ist genau für solche Ideen gestrickt: die Menschen schneller dazu zu bringen, früher als üblich einen Facharzt zu konsultieren, nämlich spätestens dann, wenn die Krankheit Körper und Geist erfasst.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Der junge Gründer des „Intimarztes“, Titus Brinker, könnte sich also bestätigt fühlen. Und zufrieden sein. Seine App ist erst im März dieses Jahres online gegangen, doch schon mehr als 800 Menschen haben sich mit ihren mehr oder weniger delikaten Problemen eingeloggt. In mehr als neunzig Prozent der Fälle seien Diagnosen möglich gewesen, in siebzig Prozent der Fälle habe man entwarnen und die Nutzer statt zum Arzt direkt zur Apotheke schicken können.

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