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Tropenkrankheiten : Mücken-Zuchtstation gegen Denguefieber

  • Aktualisiert am

Stegomyia aegypti: Überträger des Dengue-Erregers Bild: dpa

Brasilien, das am stärksten vom Denguefieber betroffene Land, sagt der Krankheit, die über Stechmücken verbreitet wird, den Kampf an.

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          In Brasilien ist erstmals eine Fabrik eröffnet worden, in der in industriellem Maßstab genetisch veränderte Mücken zum Kampf gegen das Dengue-Fieber gezüchtet werden sollen. Die Mücken-Fabrik befindet sich in Campinas, rund hundert Kilometer von São Paulo entfernt. Dort können zunächst 550.000 Mücken pro Woche gezüchtet werden, die Kapazität kann aber auf zehn Millionen Mücken pro Monat gesteigert werden.

          Ziel der Produktionsstätte ist es, genetisch veränderte Mücken zu züchten, die wenn sie freigesetzt werden, naturbelassene Weibchen befruchten. Die Nachkommen sind dann nicht in der Lage, den Erreger zu übertragen. Dadurch hofft man, die Tropenkrankheit, gegen die es keinen wirkungsvollen Impfstoff gibt,  einzudämmen. Das Verfahren wurde in Großbritannien entwickelt und getestet.

          Noch kein Mittel gegen die Krankheit

          Die Genehmigung der Aufsichtsbehörde Anvisa für das Aussetzen der genveränderten Mücken steht allerdings noch aus. Ein Feldversuch im Bundesstaat Bahia brachte eine Verringerung der natürlichen Mücken um mehr als 80 Prozent. Oxitec-Chef Glenn Slade sagte „Globo“, eine Stadt mit 50.000

          Brasilien ist das am stärksten vom Dengue-Fieber betroffene Land. Seit 2000 wurden sieben Millionen Erkrankungen gemeldet, in den vergangenen fünf Jahren verliefen 800 Fälle tödlich. Jedes Jahr infizieren sich laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit zwischen 50 und 100 Millionen Menschen mit dem Virus. Laut einer Studie könnten es sogar 390 Millionen Infektionen mit letztlich 96 Millionen Krankheitsfällen sein. Kinder sind am meisten gefährdet.

          Das durch Stechmücken vom Typ „Aedes aegypti“ übertragene Dengue-Virus führt zu hohem Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. In schweren Fällen kann ein hämorrhagisches Fieber mit Blutungen auftreten, die dann zum Tode führen können. Ein wirklich wirkungsvoller Impfstoff ist noch nicht auf dem Markt.

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