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Studie zu Kippelementen : Fällt ein Stein, beginnt das riskante Klima-Domino

Ein Eisberg vor der Küste Grönlands. Bild: Reuters

Die Eispanzer an den Polen, der Amazonas-Regenwald und die Ozeanströme – wie die Kippelemente den Klimawandel in noch gefährlichere Fahrwasser bringen können, verdeutlicht eine neue, brisante Studie.

          6 Min.

          Das Ende der Welt müsse es nicht bedeuten, so schrieben noch im April vier britische Wissenschaftler nach der Auswertung ihrer Klimamodellrechnungen in der Zeitschrift Nature, wenn bestimmte kritische Schwellenwerte für die globale Erwärmung überschritten würden – das System Erde könne durchaus wieder stabilisiert werden. Die gefürchteten, sogenannten Kippelemente („tipping elements“) seien gar nicht so empfindlich wie gedacht, jedenfalls die meisten nicht. Der Schaden sei durchaus behebbar, auch wenn kurzfristig etwa die im Pariser Klimavertrag genannten anderthalb oder zwei Grad Maximalerwärmung für eine gewisse Zeit überschritten würden. Grund also zum Aufatmen?

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Eher wohl nicht, vielmehr ein weiteres Beispiel dafür, so darf man die Reaktionen von Klimaexperten seither deuten, dass diese sogenannten Kippelemente ganz entscheidende, ja schicksalhafte Teile im großen Klimapuzzle sind, die noch genauer als bisher untersucht werden sollten. Etwa ein Dutzend dieser Kippelemente sind in den vergangenen Jahren beschrieben und zunehmend genauer unter die Lupe genommen worden: die großen Eisschilde der Antarktis und auf Grönland, der Amazonas-Regenwald, die thermohaline – von Temperatur und Salzgehalt abhängige – globale Zirkulation der Meeresströme, die Monsune in Südasien, das El-Niño-Phänomen und einige mehr. Gemeinsam ist allen, dass sie sich mit der globalen Erwärmung verändern und auf einen Schwellenwert zubewegen, der ein Umkippen des Teilsystems markiert.

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