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Online-Dating : Die Qualität digitaler Liebe

Wie tief kann eine Begegnung gehen, die oberflächlich im Digitalen beginnt? Bild: dpa

2020 hat viel Unerfreuliches gebracht. Doch zumindest für diejenigen, die im vergangenen Jahr die Zeit der Kontaktbeschränkung mit Online-Flirts verbracht haben, liefert eine neue Studie gute Nachrichten.

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          Die Erwartungen an das neue Jahr sind bekanntlich recht hoch. Wir hungern nach positiven Neuigkeiten: als Lesende wie als Schreibende. Nach der ersten Woche kann man bereits sagen, dass 2021 es uns im Dienste dieser Mission durchaus hätte leichter machen können – auf die anhaltend beunruhigende britische Virusmutation oder die Probleme der deutschen Impfstrategie etwa hätte man gerne verzichtet.

          Umso mehr freuen wir uns über eine aktuelle Schweizer Studie, die es der ersten Glosse des Jahres an dieser Stelle doch noch erlaubt, zumindest den Rückblick auf das Jahr 2020 etwas positiver zu färben – ein Jahr, das geprägt war durch die verbreitete Umstellung von Analog- auf Digitalbegegnungen. Das dürfte auch für die romantische Ebene zwischenmenschlicher Beziehungen gegolten haben, die sich allerdings bereits vorpandemisch immer stärker in die Welt des Internets verlagert hatte: zunächst via Dating-Websites, jüngst auch anhand von Smartphone-Apps wie etwa Tinder.

          Insbesondere Letzteren aber hängt ein eher zweifelhafter Ruf an: Kann (Soll?) ein doppelter Rechts-Wisch auf dem Handy-Display wirklich Keimzelle einer erfüllenden Liebe sein? Liefern analoge Begegnungen nicht sehr viel bessere Voraussetzungen für tiefe Gefühle als ein oberflächlicher Online-Flirt?

          Die Sozioökonomin Gina Potarca von der Universität Genf hat sich dieser Frage im Journal „Plos One“ auf der Grundlage von Daten der Schweizer „Erhebung zu Familien und Generationen“ angenommen, die seit 2013 alle fünf Jahre anhand von Telefonaten und Fragebogen erhoben werden. Aus dem Jahr 2018 analysierte Potarca die Informationen von 3245 liierten Individuen, von denen knapp 500 ihren Partner online kennengelernt hatten. Das erfreuliche Ergebnis für alle Online-Romantiker: Die Web-Beziehungen ließen im Vergleich zu Analog-Begegnungen keineswegs Ernsthaftigkeit missen, das zeigten gleichermaßen geäußerte Wünsche nach Zusammenzug und Familiengründung. Auch die Zufriedenheit in den resultierenden Beziehungen erschien nicht wesentlich anders.

          „Die aktuellen Ergebnisse zerstreuen einige der Befürchtungen bezüglich der kurzfristigen Ausrichtung oder der geringen Qualität der Beziehungen auf der Grundlage mobiler Partnersuche“, bilanziert Potarca. Positive Aussichten also für alle, denen 2020 online der Kopf verdreht wurde – zumindest, sofern die Daten nicht so zu deuten sind, dass die Tinder-Matches zum größten Teil so katastrophal und schnelllebig waren, dass sie gar nicht erst als Beziehungen im Schweizer Survey auftauchten. Aber zumindest zum Jahresauftakt wollten wir ja optimistisch bleiben.

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