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Sternenhimmel im Oktober : Sintflut unter der Nase des Pferdes

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Eine partielle Sonnenfinsternis ist zu bestaunen, die Uhren werden wieder um eine Stunde zurückgestellt und der Mars rückt der Erde auf die Pelle: Der rote Planet nähert sich auf 69 Millionen Kilometer.

          3 Min.

          Nachdem im Vorjahr in Europa keine Sonnenfinsternis zu beobachten war, bietet sich am 3. Oktober wieder die Gelegenheit, ein solches Ereignis zu verfolgen. Damit eine Sonnenfinsternis zustande kommt, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein.

          Erstens muß Neumond sein, und zweitens darf der Mond sich nicht allzuweit von der Ekliptik entfernt aufhalten. Beide Bedingungen sind zwar am 3. Oktober erfüllt, dennoch kommt es nicht zu einer totalen Sonnenfinsternis.

          Ringförmige Finsternis

          Ursache ist die ellipsenförmige Mondbahn und die Tatsache, daß sich der Mond zu Beginn des Monats in der Nähe seines Apogäums, seiner Erdferne, befindet. Daher ist der scheinbare Durchmesser der Mondscheibe etwas kleiner als der der Sonne, so daß diese nicht vollkommen vom Mond verdeckt werden kann. Die Finsternis ist nur ringförmig, das heißt, um die Mondscheibe ist noch ein heller Ring zu sehen. Dies trifft aber nur auf einen schmalen Streifen von maximal 164 Kilometer Breite entlang der Zentrallinie zu.

          Diese beginnt im Atlantik, zieht sich quer durch Spanien und Nordafrika und verläßt den Kontinent in Ostafrika, um im Indischen Ozean, etwa 2000 Kilometer südlich der Südspitze Indiens, zu enden. Die Finsternis ist in den übrigen Gebieten Europas sowie in fast ganz Afrika und in großen Teilen Südasiens als partielle Sonnenfinsternis zu beobachten.

          Scheinbarer Stillstand

          In Frankfurt beginnt der Mond um 9.55 Uhr sich vor die Sonnenscheibe zu schieben. Um 11.09 Uhr ist die maximale Phase der Finsternis erreicht. Dann sind 50 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt. Um 12.27 Uhr endet das Schauspiel, unser Tagesgestirn ist wieder frei sichtbar. Zwei Wochen später, am 17. Oktober, findet eine partielle Mondfinsternis statt. Diese ist jedoch in Europa nicht sichtbar. In Nordamerika, Neuseeland, Australien und Ostasien kann dagegen beobachtet werden, wie der Vollmond am Kernschatten der Erde entlangkratzt. Lediglich ein knapp sieben Prozent großer Teil der südlichen Mondscheibe gerät dabei in den Kernschattenbereich der Erde.

          In der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober werden die Uhren wieder auf die übliche mitteleuropäische Zeit umgestellt. Dies macht sich in den Auf- und Untergangszeiten der Sonne durch einen scheinbaren Stillstand in den Aufgangszeiten und einen Sprung um zwei Stunden in den Untergangszeiten bemerkbar. Am 1. Oktober Sonnenaufgang um 7.25 Uhr, Sonnenuntergang um 19.03 Uhr; am 31. Oktober Sonnenaufgang um 7.14 Uhr, Sonnenuntergang um 17.04 Uhr.

          Die „Nase des Pferdes“

          Wie schon im Vormonat eilt unser Tagesgestirn im Oktober rasch nach Süden und verliert im Monatsverlauf elf Grad an Höhe. Am letzten Oktobertag steht die Sonne zur Mittagszeit nur noch knapp 26 Grad über dem Südhorizont. Dadurch schrumpft die Tageslänge im Oktober um eine Stunde 48 Minuten auf nur noch neun Stunden 50 Minuten am letzten Tag des Monats zusammen.

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