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Luftverschmutzung : Starker Tobak für die Lungenärzte

„1. Lungenärzte beobachten in ihren Praxen und Kliniken Todesfälle durch Lungenkrebs und COPD durch Tabakrauch, aber nie Todesfälle durch Luftverschmutzung. Da die geschätzten Zahlen der durch Luftverschmutzung verursachten Todesfälle denen des Tabaks ähneln, warum sind diese Todesfälle nicht spürbar, wie Prof. Köhler andeutet, das beim Tabak der Fall ist? Entgegen der Behauptung von Prof. Köhler gibt es keinen diagnostischen Test für die ‚Tabakkrankheit‘ und keinen ‚Tod durch Tabak‘, der in einer Sterbeurkunde aufgeführt ist. Es gibt wenig bis keine Kontroverse zum Tabak. Denn wenn ein Arzt einen Lungenkrebspatienten sieht und fragt, ob er geraucht hat, dann ist es a) für den Patienten und den Arzt einfach zu bestimmen, ob es eine Tabakbelastung gegeben hat und b) akzeptieren wir, dass Tabak Lungenkrebs verursachen kann und nehmen die Zuschreibung vor. Dennoch, wenn dieser Patient stirbt, dann ist es ein Tod durch Lungenkrebs und nicht durch Tabak, der erfasst wird. Die geschätzte Zahl der Todesfälle durch Rauchen wird auf der Grundlage statistischer Zusammenhänge aus epidemiologischen Studien ermittelt, genau wie wir die Todesfälle durch Luftverschmutzung schätzen.“ 

„Jetzt stelle man sich einen weiteren Patienten mit Lungenkrebs vor, der noch nie geraucht hat. Der Arzt und der Patient würden einfach von genetischen Faktoren, einem unbekannten Grund oder vielleicht ‚Pech‘ ausgehen. Selbst wenn der Arzt über die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung Bescheid wüsste und vermutete, dass dies die Ursache sein könnte, würde er den Patienten fragen, wie viel Luftverschmutzung er ausgesetzt war, wäre es selbst für einen sehr gut informierten Patienten sehr schwierig zu antworten. In diesem Fall würde der Arzt die Krankheit also nicht auf die Luftverschmutzung zurückführen. Und das, obwohl die wissenschaftlichen – also epidemiologischen, mechanistischen und toxikologischen – Beweise für die Luftverschmutzung von zahlreichen staatlichen und internationalen Stellen, zum Beispiel [1], umfassend bewertet und wiederholt aktualisiert wurden und die Kausalität nach gut charakterisierten Kriterien bestätigt wurde. Dieser Beweis ist mindestens genauso stark wie der für andere Risikofaktoren, beispielsweise körperliche Inaktivität und Ernährung, die wir bereitwillig als schädlich akzeptieren.“

„Die Luftverschmutzung ist eine Herausforderung, da es schwierig ist, die Exposition abzuschätzen. Man beachte, dass wir viele der gleichen Herausforderungen für Ernährungsrisiken haben. Aber zumindest in einigen dieser Fälle können wir randomisierte Studien verwenden.“ 

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