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Luftverschmutzung : Starker Tobak für die Lungenärzte

„Die Autoren dieser Stellungnahme weisen zu Recht darauf hin, dass in epidemiologischen Studien gefundene Assoziationen nicht unbedingt kausal sind – es gibt Grenzen für alle wissenschaftlichen Studien. Um die für wichtige politische Initiativen erforderliche Evidenzbasis zu schaffen, muss die gleiche Assoziation – bereinigt um wichtige andere Faktoren – in vielen verschiedenen Studien gefunden werden. Das ist der Fall für den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Todesfällen. So zeigt beispielsweise eine Analyse von Daten aus 22 europäischen Kohorten [2] deutlich, dass eine langfristige Feinstaubbelastung mit der Mortalität in Konzentrationsbereichen unterhalb des derzeitigen europäischen Jahresmittelgrenzwertes verbunden ist. Viele weitere Studien zeigen auch plausible biologische Mechanismen für diesen Zusammenhang. Die Ansicht der Autoren, dass es keine wissenschaftliche Rechtfertigung für die derzeitigen Grenzwerte für Luftverschmutzung gibt, kann im Angesicht der überwältigenden wissenschaftlichen Evidenz nicht bestehen; und es ist besonders enttäuschend, wenn sie von einer Gruppe von Ärzten stammt.“

Prof. Dr. Michael Bauer

  • Professor an der School of Population and Public Health, The University of British Columbia, Vancouver, Kanada:

„Um die epidemiologische Evidenz zum Thema Luftverschmutzung kurz vorab zusammenzufassen: 
a) An einem Tag mit höherer Luftverschmutzung sterben mehr Menschen im Vergleich zu Tagen mit niedrigerer Luftverschmutzung. 
b) Menschen, die in Städten mit höherer Luftverschmutzung leben, sterben früher als Menschen, die in Städten mit niedrigerer Luftverschmutzung leben – unter Berücksichtigung anderer Faktoren, die bekanntermaßen den Tod beeinflussen. 
c) In Stadtvierteln innerhalb derselben Stadt, die stärker belastet sind als andere Stadtteile sterben Menschen früher – unter Berücksichtigung aller anderen Faktoren, die bei den Menschen in den Nachbarschaften unterschiedlich sein können. 
d) Vor allem haben wir auch Studien, die zeigen, dass die Sterblichkeitsraten sinken und Menschen länger leben, wenn die Luftverschmutzung reduziert wird – entweder durch eine Verordnung oder durch ein ‚natürliches Experiment‘ wie eine wirtschaftliche Rezession und eine geringere Industrieproduktion oder einen Arbeitsstreik.“

„Prof. Köhler argumentiert, dass die derzeitigen Schätzungen der mit der Luftverschmutzung verbundenen Gesundheitsrisiken falsch sind und daher Grenzwerte und gesetzliche Regelungen zur Luftverschmutzung ausgesetzt werden sollten. Seine Argumentation konzentriert sich auf die folgenden allgemeinen Themen (nachfolgend kursiv gesetzt; Anm. d Red.):

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