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Sport nach der inneren Uhr : Frühaufsteher glänzen im Fitnesstest

  • -Aktualisiert am

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Für Leistungssportler entscheidet der richtige Schlaf über Sieg und Niederlage. Deutlich bessere Chancen hat, wer seine Wettkämpfe im Einklang mit der inneren Uhr absolvieren kann. Langschläfer haben ein besonderes Handicap.

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          Wer wird Handball-Weltmeister bei der WM in Katar? Eigentlich sollte man meinen, dass es auf die individuelle Fitness der Spieler, das Zusammenspiel im Team und andere rein sportliche Faktoren ankommt. Laut Elise Facer-Childs und Roland Brandstaetter von der University of Birmingham hängt der Ausgang der einzelnen Begegnungen eines sportlichen Wettkampfs aber nicht nur davon ab. Die innere Uhr der Sportler spielt ebenfalls mit hinein. Wie die Forscher  in der Zeitschrift „Current Biology“ berichten, ist ganz entscheidend, ob der Zeitpunkt des Wettkampfs mit der biologischen Uhr der Spieler übereinstimmt.

          Der tägliche Leistungshöhepunkt eines Sportlers wird scheinbar nicht unwesentlich davon bestimmt, ob er natürlicherweise eher Frühaufsteher, eine sogenannte „Lerche“, oder Langschläfer - „Eule“ - ist. Der Unterschied zwischen maximaler und minimaler Leistung kann über den Tag verteilt bis zu 26 Prozent betragen, stellten die Wissenschaftler in ihrer Studie fest. „Wenn schon ein Unterschied von einem Prozent darüber entscheidet, ob man bei einem 100 Meter Sprint während der Olympischen Spiele Erster oder Vierter wird, dann muss man sich mal vorstellen, was ein Unterschied von 26 Prozent bedeutet“, bemerkt Brandstaetter dazu.

          Wären doch nur alle Träume produktiv.
          Wären doch nur alle Träume produktiv. : Bild: dpa

          Für ihre Studie befragten die Wissenschaftler im Vorhinein 121 Leistungssportler nach ihren Schlafgewohnheiten sowie ihrem aktuellen Leistungs-, Trainings- und Wettkampfniveau. Es zeigte sich, dass die Athleten in drei unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden konnten: Frühaufsteher (28 Prozent), Langschläfer (24 Prozent) und eine mittlere Gruppe (48 Prozent). Für den Fitnesstest der Hauptstudie wurden 20 Athletinnen vergleichbaren Alters und Fitnesslevels ausgewählt, die in etwa das zuvor ermittelte Verhältnis der Schlafgewohnheiten repräsentieren. Für die Gruppen ergaben sich optimale Wettkampfzeiten von etwa 12 Uhr für die Frühaufsteher, 16 Uhr für die mittlere Gruppe und 19 bis 20 Uhr für die Langschläfer. Das allein zeigt schon, welchen Einfluss die biologische Uhr auf die Leistung der Athleten hat. Entscheidend ist darüber hinaus die Leistungsdifferenz zwischen verschiedenen Tageszeiten. Während das Fitnessniveau der Frühaufsteher über den Tagesverlauf hinweg gesehen nur wenig schwankt, macht es bei den Langschläfern einen signifikanten Unterschied, ob sie morgens zum Fitnesstest antreten oder abends.

          Diesen Unterschieden im menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus liegen erwiesenermaßen genetische Veranlagungen zugrunde. Kinder von Langschläfern sind also ebenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit Langschläfer. Ein „Umerziehen“ ist angeblich so gut wie ausgeschlossen. Überhaupt lässt sich die innere Uhr nur schwer austricksen. Und ihre Bedeutung und die Auswirkungen auf den Körper sollten nicht unterschätzt werden, wie Facer-Childs und Brandstaetter mit der Sportlerstudie einmal mehr zeigen.

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