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Weltklimarat ist alarmiert : „Die Möglichkeit zu reagieren besteht noch“

Zur Versauerung der Ozeane (ausgelöst durch die Aufnahme von Kohlendioxid im Meer und dessen Umwandlung zu Kohlensäure):

Der Säurewert könnte bis 2100 ohne Emissionssenkungen um 0,3 sinken – zusätzlich zum bereits heutigen Rückgang von 0,1. Eine Analyse zeigt, dass dies einen Anstieg des Säuregehalts im Ozean um etwa 150 Prozent bedeuten würde.

Zu Organismen und Fischerei:

Eine Kombination aus Erwärmung und Überfischung hat die Fischbestände reduziert. Die Versauerung bringt zusätzliche Probleme für viele Lebewesen und Ökosysteme. Korallen sind besonders gefährdet – Meereshitzewellen verursachen bereits eine großflächige Korallenbleiche, und fast alle Warmwasserkorallen werden erhebliche Verluste erleiden. Auch andere kalkbildende Lebewesen wie Seepocken und Muscheln sind bedroht. Bis zu 90 Prozent aller Hitzewellen im Ozean sind inzwischen auf den Klimawandel zurückzuführen. Ihre Zahl könnte sich bei einer Erwärmung um zwei Grad verzwanzigfachen, bei einer ungebremsten weltweiten  Erwärmung sogar verfünfzigfachen. Bis zu 80 Prozent der oberen Ozeanschichten werden dem Bericht zufolge bis zur Mitte des Jahrhunderts Sauerstoff verlieren. Die Gesamtmasse der Tiere im weltweiten Ozean könnte dadurch ohne Emissionssenkungen um 15 Prozent zurückgehen, und das maximale Fangpotenzial der Fischerei könnte bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 24 Prozent sinken.

Zu den Gletschern:

Gletscher werden im Durchschnitt bis Ende des Jahrhunderts um ein Drittel schrumpfen, wenn die Emissionen nicht gesenkt werden. Mit geringen Emissionen würde der Verlust halbiert. Manche Gebirgszüge könnten bis 2100 mehr als 80 Prozent ihrer Gletscher verlieren, und viele Gletscher werden vollständig verschwinden. In der Folge wird die Wasserversorgung in Regionen, die von Gletscherwasser abhängig sind, vor Ende des Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichen und dann zurückgehen.

Eisberge vor Grönland. Die Meereisflächen in der Arktis schrumpft jedes Jahrzehnt um 13 Prozent.
Eisberge vor Grönland. Die Meereisflächen in der Arktis schrumpft jedes Jahrzehnt um 13 Prozent. : Bild: dpa

Zu Wetterextremen:

Durch vom Menschen verursachte Emissionen bringen Wirbelstürme bereits stärkere Niederschläge, stärkere Winde und häufiger extrem hohe Meeresspiegel – dies wird bei anhaltenden Emissionen voraussichtlich weiter zunehmen, insbesondere wenn der Meeresspiegelanstieg die Folgen von Sturmfluten verschlimmert. El Niño- und La Niña-Phänomene ungewöhnlicher Oberflächentemperaturen im Pazifischen Ozean, die weltweit Dürren und Starkregen verstärken, dürften sich verschärfen, insbesondere bei anhaltend hohen Emissionen. Die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation, ein System von Meeresströmungen, die eine entscheidende Rolle bei der Umverteilung der Wärme auf dem Planeten und der Milderung des Weltklimas spielen, wird voraussichtlich in diesem Jahrhundert schwächer werden. Dadurch werden wahrscheinlich Stürme in Nordeuropa zunehmen, Niederschläge in der Sahelzone und in Südasien abnehmen und der Meeresspiegel im Nordosten Nordamerikas steigen.

Zum Permafrost:

Durch das Tauen des Permafrostes, das bereits großflächig zu beobachten ist, dürften dem Bericht zufolge zusätzlich große Mengen an Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre gelangen. Ohne Emissionssenkungen könnte der auftauende Permafrost bis zum Ende dieses Jahrhunderts Dutzende oder Hunderte von Milliarden Tonnen Kohlenstoff freisetzen, was die globale Erwärmung weiter beschleunigt.

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