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Sentinel-6 gestartet : Die Weltmeere im Blick

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Der Bilderbuchstart der Falcon-9 mit seiner kostbraen Fracht, Sentinel-6. Bild: Esa, Nasa

Der achte europäische Wächter-Satellit ist im All. Aus seiner Erdumlaufbahn observiert „Sentinel-6“ die Ozeane. Er registriert jede Änderung des Meeresspiegels, verursacht etwa durch den Klimawandel.

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          Die Flotte der europäischen Erdbeobachtung-Satelliten der Sentinel-Reihe hat Verstärkung bekommen. Am Samstagabend ist um 18.17 Uhr deutscher Zeit der Wächtersatellit „Sentinel-6“ ins All gestartet. Der Radar-Satellit hob an Bord einer privaten Falcon-9-Trägerrakete des Raumfahrtunternehmen SpaceX von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien ab. Zehn Minuten, nachdem sich die zweite Raketenstufe mit ihrer kostbaren Fracht von der erste wiederverwendbaren Stufe getrennt hatte, landete letztere wohlbehalten unweit des Startplatzes der Falcon-9.

          Die zweite Stufe hielt unterdessen Kurs, um Sentinel-6 etwa eine Stunde nach dem Start in der vorgesehenen Umlaufbahn in einer Hohe von 1300 Kilometern freizusetzen. Von dort schickte der Satellit eine halbe Stunde später die ersten Signale zu einer Bodenstation in Alaska. Mit dem Routinebetrieb soll in sechs Monaten begonnen werden. Dann soll Sentinel-6 fünf Jahre lang den Anstieg des Meeresspiegels – etwa als Folge des Klimawandels – vermessen und exakt kartieren. Neben der Höhe des Meeresspiegels erfasst der Satellit außerdem den Seegang sowie die Meeresströmungen in den Ozeanen. Dazu scannt Sentinel-6 innerhalb von zehn Tagen 95 Prozent der globalen Meeresoberfläche – mit einer Auflösung von wenigen Millimetern. Im Jahr 2025 soll dann ein zweiter baugleicher Satellit, Sentinel-6B, ins All geschickt werden, der die Messungen seines Vorgängers fortsetzen wird.   

          Der Erdbeobachtungssatellit „Sentinel-6 Michael Freilich“ schwebt in dieser Illustration mit ausgefahrenen Solarpaneelen im Orbit.
          Der Erdbeobachtungssatellit „Sentinel-6 Michael Freilich“ schwebt in dieser Illustration mit ausgefahrenen Solarpaneelen im Orbit. : Bild: dpa

          „Sentinel 6 hat ein neues Radar an Bord, mit einer höheren Präzision, das noch genauer einen Anstieg des Meeresspiegels wird messen können“, sagt der Esa-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, Josef Aschbacher. Die Radarimpulse des Satelliten werden ausgesandt, von der Meeresoberfläche reflektiert und wieder empfangen. Es müssten Wellenhöhen aufgelöst werden und auch atmosphärische Einflüsse herausgerechnet werden. Dazu ist die Kenntnis der exakten Position des Satelliten im Erdorbit erforderlich. An Bord übernehmen zwei unabhängige Navigationssysteme die Standortbestimmung, und die Satellitenbahn wird regelmäßig mit einem Laser vermessen.

          Sentinel-6 ist der achte Satellit des europäischen Copernicus-Programms. Der erste Wächtersatellit, Sentinel-1A, hob im April 2014 ab. Der neue Kundschafter wird wie die anderen Sentinels von einem Kontrollzentrum der meteorologischen Satellitenagentur Europas, Eumetsat, in Darmstadt aus gesteuert. Die Verwirklichung des Radar-Kundschafters mit der Form einer überdimensionalen Puppenstube ist eine Gemeinschaftsleistung: Die Mission ist eine Kooperation der Esa, der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa, von Eumetsat und der amerikanischen Wetter- und Ozeanografie-Behörde NOAA. Der Satellit ist nach Michael Freilich benannt, dem kürzlich verstorbenen ehemaligen Direktor der Nasa-Erdbeobachtungsabteilung.

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