https://www.faz.net/-gwz-7pbdj

Schiff des Kolumbus : Forscher wollen Wrack  der „Santa Maria“ entdeckt haben

  • Aktualisiert am

Ähnlich wie dieser Nachbau aus dem 19. Jahrhundert soll die „Santa Maria“ ausgesehen haben Bild: REUTERS

Schon vor elf Jahren wurde das Wrack in der Karibik gefunden, doch erst jetzt ist sich ein amerikanischer Meeresarchäologe sicher: Es war das Flaggschiff von Christoph Kolumbus. Spanische Experten melden indes Zweifel an.

          Bei einem vor der Küste von Haiti entdeckten Schiffswrack soll es sich um die „Santa Maria“ handeln, mit der Christoph Kolumbus 1492 Amerika entdeckte. Alle geografischen, archäologischen und topografischen Analysen deuteten stark darauf hin, dass es sich um das Flaggschiff von Kolumbus handele, erklärte der amerikanische Forscher Barry Clifford am Dienstag. An diesem Mittwoch will er die Einzelheiten zu seiner womöglich spektakulären Entdeckung in New York der Öffentlichkeit präsentieren.

          Das Wrack war schon vor elf Jahren in einer Gegend gefunden worden, wo die „Santa Maria“ nach Kolumbus’ eigenen Angaben auf Grund gelaufen war. Die damalige Untersuchung von Fundstücken - unter anderem einer Kanone - habe falsche Ergebnisse gebracht, sagte Clifford dem Sender CNN. Erst vor zwei Jahren, nachdem er das Wrack selbst erforscht habe, sei es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen. „Ich wachte mitten in der Nacht auf und sagte: ’Oh mein Gott’.“

          Die Kanone des Kolumbus? 2003 untersucht ein Taucher Wrackteile des damals gerade aufgefundenen Schiffes vor Haitis Nordküste

          Er sei dann mit einem Expertenteam erneut zum Wrack gefahren, habe weitergeforscht und sei sich inzwischen sicher: „Dies ist das Schiff, das den Gang der Menschheitsgeschichte veränderte. Für mich ist es der Mount Everest unter den Schiffswracks.“

          Spanische Experten meldeten laut Medienberichten Zweifel an. Das Schiff aus Holz hätte keine 500 Jahre unter Wasser überdauern können. Zudem seien in der Karibik Hunderte Schiffe gesunken, eine Verwechslung sei daher wahrscheinlich.

          Der Meeresarchäologe Charles Beeker dagegen hält Cliffords Angaben für glaubwürdig. Zwar stehe noch eine detaillierte wissenschaftliche Analyse aus, doch gebe es schon anhand der Fotos von 2003 und jüngster Aufklärungstauchgänge „überzeugende Hinweise, dass es sich tatsächlich um die ’Santa Maria’ handelt“, sagte er dem „Independent“.

          Kolumbus war mit dem Dreimaster 1492 auf der Suche nach „Ostasien“ in See gestochen, doch führte ihn seine erste Expedition statt nach Indien auf die Bahamas. Am 25. Dezember soll die „Santa Maria“ auf eine Sandbank vor der Insel Hispaniola aufgelaufen sein. Auf der Insel liegen heute die Dominikanische Republik und Haiti.

          Weitere Themen

          Programmierte Ungleichheit

          Soziale Systeme : Programmierte Ungleichheit

          Die „gender pay gap“ bezeichnet die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen im gleichen Beruf. Während alte Rollenbilder zumindest teilweise verschwinden, könnte die Digitalisierung die Schere stärker auseinandertreiben.

          Topmeldungen

          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.