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Ziele für die Raumfahrt : Flucht ins All

Ein Bild der Internationalen Raumstation ISS aus dem Jahr 2018. Bild: dpa

Die Raumfahrt erlebt dieser Tage eine Renaissance – die Menschheit will zurück zum Mond und noch viel weiter. Gleichzeitig spielen geopolitische Spannungen auch im All eine immer größere Rolle. Das zeigt auch der Ausstieg der Russen aus der ISS.

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          Gründe für den Wunsch der Weltflucht gibt es derzeit viele. Krieg in Europa, eine nicht enden wollende Pandemie, immer häu­figeres Extremwetter bei fortschreitendem Klimawandel, Energiesorgen oder auch die aufziehende globale Hungerkrise. Wer da vor zwei Wo­chen die Bilder des James-Webb-Weltraumteleskops bewundert hat – diese friedlich wirkenden, farben­frohen Nebel, leuchtende Sterne und geheimnisvollen Galaxien –, der dürfte durchaus die Verlockung gespürt haben, sich hinauszuträumen in die Weiten des Alls. Nicht wenige tun das dieser Tage. An großen Visionen mangelt es nicht. Der kosmische Eroberungsgeist weht so stark wie lange nicht mehr. Und anders, als es über Jahrzehnte der Fall war, soll die Er­kundung des Alls nicht mehr nur durch wissenschaftliche Beobachtungsinstrumente und Sonden geschehen. Der Mensch selbst soll endlich auch wieder zum Entdecker ferner kos­mischer Regionen werden, nachdem die letzte astronautische Mondlandung 50 Jahre zurückliegt und er seitdem nicht weiter kam als bis zum „Außenposten der Menschheit“ in rund 400 Kilometer Höhe.

          Die NASA etwa verfolgt auf Donald Trumps Initiative mit „Artemis“ ein ambitioniertes astronautisches Mondprogramm, das auch als Vorbereitung für Reisen zum Mars dienen soll. Am „Lunar Gateway“, einer geplanten Raumstation im Umlauf um den Mond, sind auch die europäischen, japanischen und kanadischen Partner beteiligt. Die ESA hat das Service­modul des Orion-Raumschiffs gebaut. Der erste unbemannte Artemis-Mondflug könnte bereits Ende August stattfinden. Langfristig soll all das als Vorbereitung für den Bau eines internationalen Mond-Basislagers dienen.

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