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Reaktionen auf IPCC-Bericht : „Die Lage ist kritisch und nicht mehr zu verwässern“

Auf dem Trockenen liegen Boote an einem Steg am Ufer des ausgetrockneten des Brenet Sees in der Schweiz. Bild: dpa

Keine Vorschriften macht der Weltklimarat mit seinem Sonderbericht zur Landnutzung. Doch klar ist: Was künftig wie produziert wird und was wir essen, soll sich schnell ändern. Viele Experten stimmen dem zu, auch ein Minister in Merkels Kabinett reagiert schnell.

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          Nach sechs Tagen Beratung in Genf hat der Weltklimarat IPCC seinen ersten Sonderbericht zu Landnutzung und Klimawandel vorgelegt. Und der hat eine Welle von Reaktionen ausgelöst – weniger seines Umfangs von knapp tausend Seiten wegen, an dem 107 Wissenschaftler aus 52 Ländern gearbeitet haben, sondern wohl vor allem, weil es schwerpunktmäßig um die Zukunft der Ernährung und den Umgang mit den Ressourcen und der Natur in allen Teilen der Welt geht. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat vor dem Hintergrund des Sonderberichts und der zunehmenden Abholzung der Regenwälder Einschränkungen der Importe von Soja und Palmöl in die EU gefordert. Alle vier Sekunden werde die Fläche eines Fußballfelds abgeholzt – vor allem für riesige Soja- und Palmölplantagen. „Das müssen wir sofort stoppen“, wird er von der Nachrichtenagentur AFP zitiert. 

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Um mögliche Sofortmaßnahmen geht es auch in der Zusammenfassung des IPCC-Sonderberichts für politische Entscheider – es ist das erste Mal, dass der Weltklimarat so explizit und detailliert auf Management-Lösungen eingeht. Für den Sonderbericht wurden mehr als 7000 wissenschaftliche Publikationen ausgewertet, und zwar vor allem mit Blick auf das im vorangegangenen Sonderbericht des IPCC und im Pariser Klimaabkommen fixierten Ziel, die globale Jahrestemperatur im Schnitt auf maximal 1,5 Grad über das vorindustrielle Niveau steigen zu lassen. IPCC-Chef Hoesung Lee betonte allerdings, dass es nicht darum gehen solle, Empfehlungen für die Lebensweise der Menschen zu geben: „Wir sagen nicht, was die Menschen künftig tun oder essen sollen.“

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