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Planetenforschung : Verkrustete Strukturen auf dem Merkur

  • -Aktualisiert am

Der Merkur aus einer Entfernung von 27.000 Kilometern aufgenommen Bild: Nasa

Nach mehr als dreißig Jahren gibt es wieder frische Bilder vom kleinsten Planeten des Sonnensystems. Bislang unerforschte Gebiete des Merkurs hat die amerikanische Raumsonde Messenger jetzt erstmals aufgenommen.

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          Bislang unerforschte Gebiete auf dem Merkur hat die amerikanische Raumsonde Messenger am Montagabend bei einem Vorbeiflug fotografiert. Es war seit mehr als dreißig Jahren der erste Besuch dieses mit einem Durchmesser von rund 4900 Kilometern kleinsten Planeten des Sonnensystems - der ähnlich unserem Mond keine nennenswerte Atmosphäre hat und wie dieser von Kratern übersät ist. Vereinzelt findet man auf der Oberfläche des Merkurs allerdings auch Strukturen, die durch Deformationen der Planetenkruste entstanden sind.

          In den Jahren 1974 und 1975 ist die Raumsonde Mariner 10 dreimal an dem Himmelskörper vorbeigeflogen und hat dabei Messdaten und Bilder zur Erde übertragen. Weil bei den Passagen jedesmal ungefähr dieselben Regionen von der Sonne beleuchtet waren, konnte nur knapp die Hälfte des Planeten fotografisch erkundet werden. Von der Erde aus sind auf dem Merkur, der sich in einer Distanz von nur rund 58 Millionen Kilometern um die Sonne bewegt und daher immer in ihrer Nähe steht, fast keine Details zu erkennen. Raumflüge zu dem Planeten sind aufwendig, weil sie viel Antriebsenergie erfordern und die Sonden so nahe der Sonne gegen hohe Temperaturen geschützt werden müssen.

          Mit Spannung erwartet

          Die Raumsonde Messenger soll am 18. März 2011 in eine Umlaufbahn um den Merkur einschwenken. Vorher wird sie noch zweimal dicht an dem Planeten vorbeifliegen, wobei ihre Bahn jedesmal korrigiert wird. Bei der Passage zu Beginn der Woche, bei der sie bis auf zweihundert Kilometer an den Planeten herankam, hat die Sonde mehr als 1200 Bilder aufgenommen.

          Das hier abgebildete Foto hat sie achtzig Minuten nach der größten Annäherung aus 27.000 Kilometer Entfernung erhalten. Die Reduzierung und Übertragung aller gut 1200 gewonnenen Bilder - darunter der mit Spannung erwarteten farbigen Fotos und der Nahaufnahmen - nimmt mehrere Tage in Anspruch. Für ihren Empfang stehen drei 70-Meter-Teleskope - in Goldstone (Kalifornien), Canberra (Australien) und Madrid - zur Verfügung, die allerdings auch andere Raumsonden betreuen müssen. Dadurch kann sich die Übertragung zusätzlich verlängern.

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