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Energiewende : Frischer Wind für die Stromnetze?

Der Offshore-Windpark „Butendiek“, etwa 30 Kilometer vor der Insel Sylt in der Nordsee Bild: dpa

Für die Energiewende ist es entscheidend, wie viel erneuerbarer Strom erzeugt werden kann. Bezüglich der Windenergie brauchen wir uns offenkundig keine Sorgen zu machen.

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          Die Energiewende hat kräftig an Fahrt aufgenommen. So ist Windenergie hierzulande mittlerweile die wichtigste Stromquelle. Ihr Anteil lag im vergangenen Jahr erstmals bei 25,6 Prozent. Damit wurde laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes erstmals mehr Strom aus Windenergieanlagen ins heimische Netz eingespeist als aus Kohlekraftwerken. Der Anteil dürfte weiter steigen, nachdem der Bund in der vergangenen Woche die rechtliche Grundlage für den weiteren Ausbau der Windenergie auf See geschaffen hat. Auch an Land werden nach Aussagen des Bundesverbandes Windenergie wieder mehr Anlagen errichtet, nachdem der Ausbau zwischen 2018 und 2020 ins Stocken geraten war. Es weht also bald wieder frischer Windstrom in die Netze.

          Aber wird man ausreichend bewegte Luft einfangen können, um bis 2038 ganz auf Kohlekraftwerke verzichten zu können, wie es die jüngsten Klimaziele der Bundesregierung vorsehen? Immerhin geht es in Deutschland um 40 Gigawatt. Eine aktuelle Studie aus Jena in der Meteorologischen Zeitschrift macht Hoffnung. Danach genügt ein Bruchteil des zur Verfügung stehenden Windes, um den bis 2050 weltweit prognostizierten Energiebedarf gleich mehrfach zu decken – zumindest theoretisch.

          Eine windige Angelegenheit

          Axel Kleidon vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie hat mithilfe eines einfachen thermodynamischen Modells berechnet, dass Windkraftanlagen in Bodennähe der Atmosphäre pro Quadratmeter Fläche rund 0,5 Watt entziehen und in elektrische Leistung umwandeln könnten. Umgerechnet auf die (für Windgeneratoren nutzbare) Erdoberfläche sind das theoretisch rund 250 Terawatt an Windstrom. Allerdings ist man davon noch himmelweit entfernt. Um den maximal möglichen Ertrag zu erzielen, dürften die Windparks untereinander nicht zu eng gebaut werden, mahnt Kleidon. Denn in Lee sei die Windgeschwindigkeit häufig so reduziert, dass sich der Ertrag benachbarter Windanlagen verringert.

          Unbeantwortet bleibt weiterhin die Frage, woher der Strom an den Tagen kommt, an denen kein Wind weht – oder ein zu starker, der die Abschaltung der Windräder erzwingt. Der Netzausbau stockt, und leistungsfähige Energiespeicher, die den Windstrom längere Zeit vorhalten, gibt es noch immer nicht. In Sachen Versorgungssicherheit sind die Erneuerbaren für viele Beobachter daher nach wie vor eine etwas windige Angelegenheit.

          Manfred Lindinger
          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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