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Recycling von Indium : Ein Metall mit Zukunft

Begehrtes Metall: Indium steckt heute in fast allen Fernsehern, Computerbildschirmen und Touchscreens. Bild: Wolfgang Eilmes

Indium ist das Spurenelement unserer digitalen Ära. Das wertvolle Metall steckt in fast allen modernen Fernsehern, Computerbildschirmen und Touchscreens und ist relativ gut zu recyceln. Warum geschieht das dann aber nicht?

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          Teelöffel aus fieldschem Metall eignen sich für Nachmittage, an denen mal wieder langweilige Verwandtschaft anrückt. Man legt sie den Besuchern neben die Tassen und ergötzt sich an ihren Gesichtern, wenn sie heißen Kaffee damit umrühren: Die Legierung schmilzt bereits bei 62 Grad Celsius. Der Spaß war allerdings schon mal billiger, denn fieldsches Metall besteht zu 51 Prozent aus Indium, das etwa so selten ist wie Gold. Noch um die Jahrtausendwende hätte man sich den Jux trotzdem leisten können. Indium war damals ein Nischenmetall und für schlappe 60 Dollar das Kilogramm zu haben. Für Silber musste man damals viermal mehr hinlegen.

          Ulf von Rauchhaupt
          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dann begann 2003 der Siegeszug der Flachbildschirme. Die verbreiteten Flüssigkristall-Displays (LCD) bedürfen eines Materials, das zugleich elektrisch leitend als auch durchsichtig ist, und eines der wenigen Stoffe mit dieser Eigenschaft ist Indiumzinnoxid, kurz ITO, ein Mischoxid mit 90 Prozent Indiumoxid. Es steckt heute in fast allen Fernsehern, Computerbildschirmen und Touchscreens. Wohl dem, der sich vorher den Keller mit Indiumbarren gefüllt hatte: 2005 stieg deren Preis auf mehr als tausend Dollar das Kilo. Nun war Indium plötzlich viermal so viel wert wie Silber, und noch Jahre später lockten Finanz-Youtuber nach Klicks mit der Frage „Ist Indium bald so teuer wie Gold?“.

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