https://www.faz.net/-gwz-7yaxc

Vernetzung 2.0 : Was war noch mal dieses Internet?

  • -Aktualisiert am

In Momenten der Gefahr müssen kleine Mädchen schon mal ihre Skateboards verleihen. Marty McFly (Michael J. Fox) braucht einige Zeit, um sich im Film an das fliegende Gerät zu gewöhnen. Bild: Imago

„Zurück in die Zukunft“: Vor 26 Jahren unternahm der Filmheld Marty McFly eine Reise ins Jahr 2015 und traf auf ein Land voll seltsamer Technik. Reicht die Gegenwart an diese Vision heran?

          Nun schwebt es also doch. Dabei hatten bis in den vergangenen Sommer hinein die Experten der einschlägigen Blogs geunkt, das berühmte Hoverboard aus dem Film „Zurück in die Zukunft 2“ würde wohl nie Wirklichkeit werden. Obwohl sich die Skater seit 1989, als der zweite Teil von Robert Zemeckis Science-Fiction-Komödie in die Kinos kam, danach gesehnt hatten, so wie der Schauspieler Michael J. Fox als Marty McFly ganz ohne Bodenkontakt auf einem bunten Brett dahinzugleiten. Und die Zeit für eine pünktliche Umsetzung der popkulturellen Technikutopie wurde langsam knapp. Schließlich landet McFly im Film auf seiner Zeitreise im Jahr 2015 - in unserer Gegenwart.

          Dann aber stellte das kalifornische Unternehmen Arx Pax im Oktober 2014 sein „Hendo Hoverboard“ vor, das sich mit Magnetschwebetechnik über dem Boden hält und in seinen besten Momenten tatsächlich an das Vehikel aus „Zurück in die Zukunft“ erinnert. Sogar die beiden runden Antriebseinheiten unter dem Brett weist das Hendo auf, und wie sein Film-Pendant stellt es bestimmte Anforderungen an den Untergrund: Während MacFlys Board über Wasser plötzlich durch Reibung gestoppt wird, schwebt das Brett von Arx Pax nur über leitenden, nicht ferromagnetischen Oberflächen. Offensichtlich ermöglichen es nur solche Böden, etwa Flächen und Halfpipes aus Kupfer oder Aluminium, Magnetfelder im Boden zu induzieren, welche die Felder des Brettes abstoßen und es schweben lassen - wenn auch wegen des hohen Energieverbrauchs nur wenige Minuten lang.

          Fiktion ist schon fast Wirklichkeit

          Hoverboard und Videotelefonie, selbstschnürende Turnschuhe und fliegende Autos, Straßenbeleuchtung in der Gehwegbegrenzung und bionische Implantate: das in unserer Gegenwart spielende erste Drittel des Films ist gesättigt mit Technikvisionen. Vieles davon ist fast Wirklichkeit geworden. So haben die Städte ihre Straßenlampen zwar noch nicht gegen Leuchtflächen im Trottoir ausgetauscht, manche experimentieren aber intensiv mit LED-Technik. Auch mechanische Exoskelette für medizinische Anwendungen werden in der Robotik schon als seriennahe Prototypen erprobt. Andere Visionen erkennen wir bereits in heutigen Serienprodukten wieder. Aber natürlich landen die Drehbuchautoren manchmal weit entfernt von unserer Realität. Fliegende Personenwagen oder die dezentrale Energieversorgung durch kalte Fusion beispielsweise sind noch nicht Wirklichkeit geworden, während Desktop-Computer nach Vorstellung des Films längst aus unserem Alltag verschwunden sein sollten.

          Wer allerdings heute die Technikvisionen von damals daraufhin überprüfen will, ob sie real geworden sind, darf sich nicht allein auf technische Fakten beschränken. Wichtig sind auch die Geschichten, die hinter jedem der von den Hollywood-Ausstattern gebauten Gadgets stecken: Vorstellungen davon, wie sich die Alltagstechnik der 1980er Jahre wohl in gut einer Generation weiterentwickeln würde und welche Sehnsüchte sich damit erfüllen ließen. Hier sind es Trends wie individualisierte, mobile Technik für den Medienkonsum, die Parallelität zahlreicher Kommunikationskanäle, effiziente und umweltfreundliche Energieversorgung sowie Steuerung von Alltagstechnik über Sprache und elektronische Fingerabdruck-Lesegeräte, die Zemeckis Film auf verblüffende Weise vorwegnimmt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eckpunktepapier : Ist das Klimapaket eine Mogelpackung?

          Umweltverbände halten das „Klimaschutzprogramm 2030“ für unzureichend und werfen der Bundesregierung Ignoranz vor. Aus der Wirtschaft gibt es mehr Lob, doch auch dort gibt es Zweifel an dem Paket.
          Den Jakobsweg läuft man nicht an einem Wochenende. Das geht nur mit einer Auszeit.

          Die Karrierefrage : Wie komme ich an ein Sabbatical?

          Einfach mal die Seele baumeln lassen, Kraft tanken, den Horizont erweitern: Eine Auszeit vom Beruf wollen viele. Wie aus dem Wunsch Wirklichkeit wird, erfahren Sie hier.
          Das Baden ist untersagt, aber es kostet nichts: Schwanenpaar mit menschlichen Passagieren auf dem Eisbach im Englischen Garten

          Aufwachsen in München : Ja mei, die jungen Leute

          München ist das teuerste Pflaster Deutschlands. Das ist hart für Jugendliche und Heranwachsende, die noch kaum Geld verdienen. Die Stadt hilft ihnen, indem sie bei zivilem Ungehorsam wegschaut.

          Bundesliga im Liveticker : O’zapft is!

          Der FC Bayern spielt am ersten Wiesn-Samstag mit Coutinho und Perisic in der Startelf gegen Köln. Thomas Müller sitzt zunächst am Tresen. Verfolgen Sie die Spiele im Liveticker.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.