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Rätselhafte Anziehungskraft : Mit Wasserwellen gegen Ölpest?

Horst Punzmann (links) und seine Kollegen vor ihrer Wasserwellen-Zugmaschine. Bild: ABC News, Holly Rourke,

Wasserwellen, die schwimmende Gegenstände anziehen. Forscher haben eine seltsame Kraft entdeckt, die sogar helfen könnte, Gewässer zu reinigen.

          Man glaubt auf den ersten Blick, man sieht einen Zaubertrick: Ein Tischtennisball tanzt in einem Becken auf Wasserwellen, aber statt wegzutreiben, bewegt er sich allmählich auf den Ausgangsort der Wellen zu. Es scheint, als entfalten die Wasserwellen eine anziehende Kraft auf den Ball.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Das Geheimnis, das dem sonderbaren Verhalten des Tischtennisballs zu Grunde liegt, ist schnell erklärt Die von der Wellenmaschine erzeugten Wasserwellen haben eine besondere Form. Dadurch üben sie einen Zug auf ein Objekt aus, das auf ihnen schwimmt.

          Warum die erzeugten Wasserwellen den Effekt hervorrufen, wissen die Forscher um Horst Punzmann von der Australian National University noch nicht so genau. „Am Anfang glaubten wir, es läge an den Wänden unseres Wasserbeckens, dass der Ball zur Wellenmaschine treibt“, sagte Punzmanns Kollege Michael Shats den ABC-News (Australian Broadcasting Corporation). „Dann bauten wir eine größere Wanne und sahen den gleichen Effekt.“

          Eine Technik gegen Ölverschmutzung?

          Punzmann und seine Kollegen haben mit unterschiedlich geformten Paddel experimentiert, die sich mit verschiedenen Frequenzen auf und ab bewegen. Dadurch konnten sie verschiedene Wasserwellen-Muster erzeugen, die Gegenstände mal schneller mal langsamer anzogen.

          Eine möglich Anwendung ihrer Wellen-Zugmaschine sehen die Forscher bei der Wasserreinigung oder zum leichteren Einsammeln von auf Gewässern umherschwimmende Gegenstände. Aber auch zur Beseitigung oder Eindämmung von Ölteppichen könnten die „anziehenden“ Wasserwellen dienen. Bis zur Praxistauglichkeit wird allerdings noch ein großes Stück Forschungsarbeit notwendig sein.

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