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Preisverleihung in Stockholm : Deutscher Astrophysiker gewinnt Nobelpreis

Die Illustration zeigt die Umgebung des supermassereichen Schwarzen Lochs im Herzen der aktiven Galaxie NGC 3783 im südlichen Sternbild Centaurus. Bild: dpa

Der Nobelpreis für Physik geht zur einen Hälfte an Reinhard Genzel aus Bayern und Andrea Ghez aus den Vereinigten Staaten und zur anderen an den Briten Roger Penrose. Sie werden für ihre Forschung zu Schwarzen Löchern geehrt.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zur einen Hälfte an den Briten Roger Penrose sowie zur anderen Hälfte an Reinhard Genzel aus Garching bei München und die Amerikanerin Andrea Ghez für ihre Forschungen zu Schwarzen Löchern. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Reinhard Genzel ist Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

          Roger Penrose (geboren 1931) bekommt den Preis für die Entdeckung, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine robuste Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist. Reinhard Genzel (geboren 1952) und Andrea Ghez (geboren 1965) werden ausgezeichnet für die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie.

          Penrose erfand geniale mathematische Methoden, um Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie zu erforschen, wie das Nobelkomitee mitteilte. Er habe gezeigt, dass diese Theorie zur Bildung von Schwarzen Löchern führt, jenen Monstern in Zeit und Raum, die alles erfassen, was ihnen nahe kommt. Genzel und Ghez entdeckten, dass ein unsichtbares und extrem schweres Objekt die Umlaufbahnen der Sterne im Zentrum unserer Galaxie beherrscht. Ein supermassives Schwarzes Loch sei dafür die einzige derzeit bekannte Erklärung.

          Die geehrte Amerikanerin Ghez hob bei der Bekanntgabe ihres Preises die Bedeutung der Wissenschaft für die Menschheit hervor. Besonders die Lehre genieße sie, sagte die Wissenschaftlerin am Dienstag, als sie während der Verkündung der Auszeichnung von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm telefonisch zugeschaltet wurde. Dass die junge Generation Fragen stellen und nachdenken könne, sei schlichtweg entscheidend für die Zukunft der Welt.

          Ghez ist erst die vierte Frau, die den Nobelpreis in der Kategorie Physik erhält. „Ich hoffe, ich kann junge Frauen für das Fachgebiet inspirieren“, sagte Ghez. Es gebe noch so viel mehr als Schwarze Löcher zu erforschen.

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          Im Überblick : Nobelpreisträger von 1901 bis 2020

          Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 950 000 Euro) dotiert – eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 haben 212 Forscherinnen und Forscher den Physik-Nobelpreis erhalten. Der Amerikaner John Bardeen bekam ihn zweimal.

          Am Montag war der Nobelpreis für Medizin den Virologen Harvey J. Alter (Vereinigte Staaten), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (Vereinigte Staaten) zuerkannt worden. Sie hatten laut Nobelkomitee maßgeblich dazu beigetragen, das Hepatitis-C-Virus nachweisen und beseitigen zu können. Die daraus folgenden Bluttests und Medikamente hätten Millionen Menschen das Leben gerettet.

          Die Preisträger: Roger Penrose (Großbritannien), Reinhard Genzel (Garching bei München) und Andrea Ghez (USA)
          Die Preisträger: Roger Penrose (Großbritannien), Reinhard Genzel (Garching bei München) und Andrea Ghez (USA) : Bild: EPA

          Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Am Tag darauf folgt die Bekanntgabe des diesjährigen Literatur-Nobelpreisträgers. Am Freitag wird verkündet, wer den diesjährigen Friedens-Nobelpreis erhält. Der Reigen endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten Wirtschafts-Nobelpreis.

          Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

          Im vergangenen Jahr hatte James Peebles (Kanada/Vereinigte Staaten) für seine grundlegenden Erkenntnisse zur Entwicklung des Universums die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises erhalten. Die andere ging an Michel Mayor und Didier Queloz (beide Schweiz), die den ersten Exoplaneten entdeckt hatten, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.

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