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Materialforschung : Wasser aus Wüstenluft

Trinkwasser wird von der WHO als Mikroplastikquelle entlastet. Bild: dpa

Hoffnung für Regionen mit großer Wasserknappheit: Ein neu entwickeltes Material kann auch aus trockener Luft Trinkwasser gewinnen. Ein deutsches Chemieunternehmen zeigt bereits Interesse.

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          Mit einem neuartigen Wasserkollektor lässt sich Trinkwasser selbst aus trockener und heißer Umgebungsluft gewinnen. Das zentrale Element ist eine metallorganische Gerüststruktur (kurz MOF). Dieses hochporöse, kristalline Material funktioniert wie ein Schwamm. Es saugt Wasser aus der Umgebungsluft auf und lagert es in den nanometergroßen Poren in seinem Inneren. Um die kostbare Flüssigkeit wieder freizusetzen, genügt die Wärme des Sonnenlichts. Das Wasser verdunstet aus den Nanoporen und kondensiert an den Kühlrippen des Kollektors. Von dort rinnt es mit Trinkwasserqualität in einen Behälter.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Labortests haben gezeigt, dass sich mit einem Kilogramm MOF während eines Tages schon bei nur 20 Prozent Luftfeuchtigkeit bereits 2,8 Liter Wasser gewinnen lassen, schreiben Evelyn Wang vom MIT in Cambridge und ihre Kollegen in der Zeitschrift „Science“. Der Prototyp bestand erfolgreich den Praxistest auf dem Dach des MIT. Anders als die gängigen Verfahren zur Wassergewinnung aus Tau oder aus feuchter Umgebungsluft erfordert der neue Wasserkollektor außer Sonnenwärme keine weitere Energieversorgung. Zudem benötigt man zur Herstellung keine teuren Materialien. Das Chemieunternehmen BASF hat bereits Interesse gezeigt, den Wassersammler weiterzuentwickeln.

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