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Mathematik : Abel-Preis für Mikhail Gromov

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Der neue Abel-Preisträger: Mikhail Gromov Bild: dpa

Der norwegische Abel-Preis für hervorragende Leistungen in der Mathematik wird gerne mit den Nobelpreisen verglichen. Der Preisträger dieses Jahres tat sich auf dem Feld der Geometrie hervor.

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          Für seine „revolutionären Beiträge“ zur Geometrie bekommt der französische Mathematiker Mikhail Gromov den hochdotierten norwegischen Abel-Preis 2009. Die Geometrie habe sich in den vergangenen fünfzig Jahren grundlegend gewandelt und Gromov habe dabei einige der wichtigsten Entwicklungen angeführt, erläuterte die Wissenschaftsakademie am Donnerstag in Oslo. Sein Werk werde noch als Inspirationsquelle für viele künftige mathematische Entdeckungen dienen.

          Der mit sechs Millionen norwegischen Kronen (695 000 Euro) ausgestattete Abel-Preis wird seit 2003 verliehen und oft mit dem Nobelpreis verglichen. „Gromov ist immer auf der Suche nach neuen Fragen und entwickelt ständig neue Ideen zur Lösung noch ungelöster bekannter Probleme“, heißt es in der Preisbegründung.

          Mathematische Werkzeuge für die Physik

          Gromov hat etwa die Riemannsche Geometrie weiterentwickelt, die sich mit gekrümmten Flächen und topologischen Räumen befasst. Er ist auch einer der Begründer der sogenannten symplektischen Geometrie, auf deren Konzepten viele Ansätze der theoretischen Physik beruhen. Von Gromovs Arbeiten haben vor allem die Allgemeine Relativitätstheorie, die Quantenfeldtheorie und die Stringtheorie profitiert, in denen die Geometrie eine große Rolle spielt.

          Der 1943 in der Sowjetunion geborene Wissenschaftler verließ sein Geburtsland 1974 Richtung Vereinigte Staaten. Er wechselte 1982 an das französische Institut für höhere wissenschaftliche Studien (Institut des Hautes Études Scientifiques: IHÉS) in Bures-sur-Yvette. 1992 nahm er die Staatsbürgerschaft seiner neuen Wahlheimat an.

          Ein Vielgeehrter

          Derzeit arbeitet der 65-jährige auch am Courant-Institut für Mathematische Wissenschaften der Universität New York. Er sei „nach wie vor bemerkenswert kreativ“, betonte die Jury. Gromov erhält seine Ehrung am 19. Mai in Oslo vom norwegischen König Harald V. Der französisch-russische Mathematiker hatte zuvor bereits mehrere hochrangige Auszeichnungen bekommen, darunter den Kyoto-Preis (2002),den Balzan-Preis (1999) und den Wolf-Preis (1993).

          Norwegens Regierung hatte den nach dem heimischen Mathematiker Niels Henrik Abel (1802-1829) benannten Preis 2002 gestiftet. Im vergangenen Jahr teilten sich John Griggs Thompson aus den Vereinigten Staaten und der Franzose Jacques Tits die Auszeichnung.

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