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Materialien : Kunststoff löst sich in Meerwasser auf

Müll sammeln im Meer: vielleicht wird bald kein Plastik mehr gefunden Bild: AP

Forscher haben einen Kunststoff entwickelt, der sich bei Kontakt mit Salzwasser auflöst. Das neuartige Material zersetzt sich dann binnen zwanzig Tagen. Übrig bleiben Stoffe, die auch in der Natur vorkommen, wie Wasser und Kohlendioxid.

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          Einen Kunststoff, der sich bei Kontakt mit Salzwasser auflöst und dabei keine umweltschädlichen Rückstände hinterlässt, haben Forscher von der University of Southern Mississippi in Hattiesburg entwickelt. Wie Robson Storey auf einer Tagung der Amerikanischen Gesellschaft der Chemiker in Chicago berichtete, besteht das Polymer aus Polyurethan, das mit einem biologisch abbaubaren Kunststoff versetzt wurde, den man für selbst- auflösende Fäden in der Chirurgie verwendet.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Zahlreiche Tests haben ergeben, dass sich das neuartige Material binnen zwanzig Tagen zersetzt, wenn es mit Meerwasser in Berührung kommt. Übrig bleiben Stoffe, die auch in der Natur vorkommen, wie Wasser, Kohlendioxid, Milchsäure, Hexan- und Bernsteinsäure sowie die Aminosäure Lysin.

          Tödliche Fallen für zahlreiche Tiere

          Da die Dichte des abbaubaren Kunststoffs deutlich größer ist als diejenige von Salzwasser, würde nach Ansicht der Forscher das Material nicht auf der Meeresoberfläche schwimmen, sondern eher auf den Grund des Meeres sinken. Verwendung könnte das modifizierte Polyurethan etwa für Abdeckplanen auf Containerschiffen oder für Lebensmittelverpackungen und Essgeschirr finden, die häufig achtlos über Bord geworfen werden.

          Jährlich verschmutzen Zehntausende Tonnen Plastikmüll die Ozeane und werden zu tödlichen Fallen für zahlreiche Tiere. Bis der neuartige Kunststoff auf den Markt kommt, bedarf es allerdings einiger Verbesserungen, was unter anderem die Temperaturstabilität betrifft. Es stehen zudem noch einige seerechtliche Hindernisse im Weg, schließlich ist es verboten, Plastik achtlos über Bord zu werfen. Und dieses Verbot könnte mit dem neuen Kunststoff unterlaufen werden.

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