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Magnetbänder im Aufwind : Datenspeicher ohne Limit

Die Daten der teichenphysikalischen Experimente am europäischen Forschungszentrum Cern bei Genf werden im Rechenzentrum auf unzähligen Magnetdatenbändern mit Hilfe von Robotern archiviert. Bild: Cern, Maximilien Brice

Magnetdatenbänder führen noch immer ein Nischendasein unter den Speichermedien. Das dürfte sich in Zeiten stetig wachsender digitaler Datenberge ändern. Denn die Speicherkapazität der Magnetbänder ist noch längst nicht ausgereizt.

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          Vor fast 80 Jahren erfunden, könnten Magnetbänder bald eine Renaissance erleben. Denn es werden weltweit mehr Daten erzeugt, als auf Festplatten gespeichert werden können. Und während sich die Speicherdichte von magnetischen Festplatten kaum noch steigern lässt, ist die Kapazität von Magnetbändern noch längst nicht ausgereizt. Wissenschaftler vom IBM-Forschungszentrum im Schweizer Rüschlikon ist es gemeinsam mit japanischen Forschern von der Firma Fujifilm gelungen, die Speicherdichte von Magnetbändern im Vergleich zu den handelsüblichen Bändern auf das Dreißigfache zu steigern.

          Manfred Lindinger
          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Während auf einem Standardband  20 Terabyte an Daten Platz haben, kann nun auf einer handtellergroßen Magnetbandkassette eine Datenmenge von 580 Terabyte gespeichert werden. Das entspricht umgerechnet einer Textmenge von 580 Millionen Büchern. Möglich wurde der Fortschritt durch ein neues Bandmaterial. Statt wie bisher Bariumferrit nutzen die IBM-Forscher nun deutlich kleinere magnetische Partikeln aus Strontiumferrit, die eine höhere Speicherdichte erlauben.

          Günstiger Speicher für große Datenmengen

          Außerdem haben die Forscher die Zahl der beschreibbaren Magnetspuren stark erhöhen können: 225.000 Spuren befinden sich nun auf einem ein Zentimeter breiten und rund 1,3 Kilometer langen Band. Dadurch ist eine Speicherdichte von 317 Gigabit pro Inch² möglich geworden. Doch verdrängen werden die Magnetbänder die magnetischen Festplatten so schnell nicht. Dazu sind die Zugriffszeiten immer noch zu langsam und die Speicherkapazität der Festplatten zu groß.

          Die Magnetbänder dürften deshalb weiterhin vor allem für große Rechenzentren interessant sein, wo es gilt, große Datenmengen sicher und kostengünstig zu archivieren. Noch wird es den Magnetspeicher nicht zu kaufen geben. Um den Prototyp in ein marktfähiges Produkt zu verwandeln, werden noch einige Jahre an Entwicklungsarbeit notwendig sein, so die Forscher.

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