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Künstliche Intelligenz : Roboter lernen schreiben

Der Wandel soll dazu führen, dass Menschen und Maschinen jeweils das tun, was sie am besten können. Roboter sollen dabei oft monotone Aufgaben übernehmen. Bild: abidal/iStock/Thinkstock

Roboter sind Alleskönner. Nur schreiben fällt ihnen noch unsagbar schwer. Ein Computerprogramm hilft den Maschinenwesen jetzt, Buchstaben nachzumalen.

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          Roboter spielen Fußball, helfen im Haushalt, betreuen ältere Menschen, spüren Minen auf, bergen Verletzte oder erkunden ferne Planeten. Ausgestattet mit Rädern, Ketten oder Beinen, mit Kameras, Infrarot- und Ultraschallsensoren, verrichten die künstlichen Geschöpfe immer anspruchsvollere Aufgaben. Viele Roboter sind mittlerweile so anpassungsfähig, dass sie selbständig auf ihre Umwelt reagieren und entsprechend agieren können. Die künstliche Intelligenz hat das ermöglicht.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Was den Maschinenwesen bislang noch große Schwierigkeiten bereitet, ist es, individuelle Fähigkeiten zu erlernen und Objekte zu erkennen, die in kein bekanntes Muster oder Konzept passen. Wissenschaftler von der New York University haben einen Algorithmus entwickelt, der es Robotern ermöglicht, etwas schneller zu erfassen und zu kopieren, ohne lange in einer Datenbank suchen zu müssen.

          Learning by doing

          Während wir Menschen gewöhnlich nur wenige Versuche benötigen, um etwas nachzuahmen, einen neuen Gegenstand richtig zu benutzen, brauchen Maschinenwesen unzählige Male dafür. So ist es für Roboter äußerst schwer, eine Handschrift zu erkennen und schnell zu kopieren. Denn kein Mensch schreibt einen bestimmten Buchstaben immer exakt gleich. „Wenn wir Menschen ein unbekanntes Schriftzeichen entziffern oder erlernen, dann versuchen wir intuitiv zu erkennen, wie das Zeichen aus einer Abfolge von Linien entstanden sein könnte“, sagt Brendan Lake in einer Telefonkonferenz. Und dann zeichneten wir die Linien entsprechend nach.

          Ein Roboter geht anders vor. Er nutzt die Mustererkennung. Dabei sucht er in einem neuen Objekt oder Bild nach Regelmäßigkeiten, Wiederholungen, Ähnlichkeiten oder Gesetzmäßigkeiten, die ihm bereits bekannt sind. Der Algorithmus von Lake und seinen Kollegen kann die menschliche Art der Mustererkennung gewissermaßen erlernen.

          Wie die Forscher in der Zeitschrift „Science“ berichten, ließen sie eine Reihe von Testpersonen zahlreiche Buchstaben verschiedener Schriftzeichen per Computermaus nachzeichnen. Das Programm wertete anschließend die digitalisierten Daten der verschiedenen Handbewegungen und Linienführungen der Probanden aus und lernte so schreiben.

          Um die Leistungsfähigkeit des Computerprogramms zu testen, setzte man sowohl ihm als auch den Testpersonen unbekannte Buchstaben des tibetischen Alphabets vor, die es nun nachzuzeichnen galt. Dabei schnitt der Algorithmus fast genauso gut ab wie die Testpersonen. Die Forscher wollen ihren Algorithmus nun auch auf andere Dinge anwenden als auf die reine Schrifterkennung.

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