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Kriegsdrohnen : Luftwaffen aus der Bastelkiste

  • -Aktualisiert am

Die Drohne vom Typ Qasef-2k gehört zum Arsenal der Houthi-Rebellen. Hier wird sie auf einer Präsentation im Jemen gezeigt. Bild: Reuters

Kleiner, stärker, und es werden immer mehr: Drohnen entwickeln sich zu einer Gefahr, die kaum noch zu kontrollieren ist.

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          Als die saudi-arabischen Ölanlagen brannten, breiteten sich schwarze Rauchschwaden 150 Kilometer weit aus. Explosionen hatten in der Nacht zum 14. September im Osten des Landes Feuer in zwei Ölanlagen entfacht und damit die Rohölpreise an den Börsen weltweit steigen lassen. Denn diese sind immerhin für fünf Prozent der weltweiten Ölproduktion zuständig.

          Zu dem Angriff bekannten sich die Houthi-Rebellen. Mit nur zehn Drohnen, also kleinen unbemannten Fluggeräten, habe man die Anlagen attackiert. Seit 2015 kämpfen sie gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition um die Vorherrschaft im Jemen. Als sich der Rauch am nächsten Tag verzogen hatte, wiesen die Schäden an den Anlagen jedoch auf einen präzisen Raketenangriff hin. Und so geriet in den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien Iran unter Verdacht.

          Für kurze Zeit erschien es jedoch plausibel, dass die Huthis hinter einem derartigen Schlag stecken könnten. Das ist erstaunlich, denn die Anlagen befinden sich immerhin tief im Landesinneren, 800 Kilometer von der jemenitischen Grenze entfernt. Dass man einer Miliz Derartiges zutraut, liegt daran, dass der Luftraum längst nicht mehr exklusives Terrain staatlicher Akteure ist.

          Kampfgerät aus dem Online-Shop

          Das haben die Houthis selbst unter Beweis gestellt. Im Juli 2018 sollen sie mit ihren Drohnen eine Raffinerie in der Nähe von Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad getroffen haben. Im Januar dieses Jahres tötete eine Houthi-Drohne einen hochrangigen General und fünf weitere Menschen bei einer Militärparade im Süden des Jemens. Im Mai folgte der nächste Angriff auf saudische Ölanlagen. Das Wallstreet Journal bezeichnet die Houthis als die wohl kompetenteste nichtstaatliche Gruppe im Umgang mit Drohnen.

          Sie sind nicht die Einzigen. Die Hizbullah-Miliz verfügt beispielsweise ebenfalls über solche Fluggeräte, und auch der „Islamische Staat“ ist bereits mit Drohnen Angriffe geflogen. Möglich macht das die moderne Technik. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat im Januar einen Bericht veröffentlicht, der herabgestürzte oder abgefangene Drohnen der Houthis analysiert. Bei einer davon handelt es sich um eine Modifikation des Skywalker-X8, eines Modellflugzeugs aus chinesischer Produktion. Die Houthis nutzen diesen Drohnentyp für Aufklärungsflüge. Das Fluggerät hat eine Spannweite von zwei Metern und kostet ohne Motor und Elektronik weniger als 200 Euro. Jeder kann es über das Internet bestellen.

          Fünf Milliarden Dollar für Drohnen

          Über den technologischen Fortschritt der Drohnen freuen sich eben nicht nur Fotografen, Hobbypiloten oder Landwirte. Er erreicht inzwischen auch die Schlachtfelder. Fluggeräte für den privaten Gebrauch verfügen über leistungsfähige Funkverbindungen und Autopiloten, sie können Videos übertragen und über eine Stunde in der Luft bleiben. Bereits 2015 haben Marktforscher vorgerechnet, dass im Jahr 2021 private Drohnen im Wert von über fünf Milliarden Dollar über die Ladentheken gehen dürften. Ein gigantischer Markt, auf dem auch Milizen die passenden Drohnen oder Komponenten für ihre Zwecke finden.

          Der Schlüssel zu wirklich effektiven Angriffswaffen liegt jedoch in staatlicher Unterstützung. Das zeigt das Arsenal der Houthi-Rebellen: Sie verfügen über Drohnen vom Typ Qasef-1, die laut dem UN-Bericht auf einer Drohne aus iranischer Produktion basieren. Sie seien in der Lage, mehrere Kilogramm Sprengstoff bis zu 150 Kilometer weit zu tragen. Die britische Forschungsorganisation Conflict Armament Research schreibt, dass diese Drohnen gesteuert werden, indem man ihnen die GPS-Koordinaten einprogrammiert. Sie fliegen automatisch zu ihrem Ziel, stürzen dort ab und explodieren. Eine neuere Variante dieser Drohne, die Qasef-2k soll in der Lage sein, in zwanzig Metern Höhe zu explodieren, um größeren Schaden anzurichten. Wim Zwijnenburg von der niederländischen Friedensorganisation Pax sagt, dass die Houthis wohl mit Hilfe aus Iran an derartige Technologie gelangt seien. „Inzwischen haben wir Hinweise darauf, dass sie die Drohnen im Jemen fertigen und dadurch nicht mehr darauf angewiesen sind, alles über die Grenze zu schmuggeln.“

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