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Hochhauseinsturz in Miami : Die Wahrheit liegt unter den Trümmern

  • -Aktualisiert am

Bislang wurden 24 Tote aus den Trümmern des Champlain Towers geborgen. Bild: Reuters

Wie konnte das nur passieren? Nach den Rettungsarbeiten an dem eingestürzten Hochhaus in Miami schlägt die Stunde der forensischen Ingenieure.

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          Es geschah in einer ganz normalen Nacht. Das ist das Besondere am Einsturz des Champlain Towers South. Wie Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, sackte am vorvergangenen Donnerstag gegen 1:30 Uhr plötzlich die Mitte des L-förmigen zwölfstöckigen Hochhauses weg. Sechs Sekunden später fiel der restliche Teil des Ostflügels in sich zusammen, während die nach Süden aufgerichtete Hälfte stehen blieb. Bislang weiß man von 24 Todesopfern, doch 121 Menschen werden immer noch vermisst. „Normalerweise gibt es einen offensichtlichen Auslöser, wenn so etwas passiert: eine Bombe, ein Unwetter oder Bauarbeiten“, sagt David Oswald vom Royal Melbourne Institute of Technology. Doch in dieser Nacht in Miami war nichts dergleichen passiert. „Darum ist die Sache so schockierend“, erklärt der australische Bauingenieur. Ähnlich sieht es der Frankfurter Statik-Experte Manfred Grohmann, der auf eine vierzigjährige Karriere als Tragwerksplaner zurückblickt: „Ich erinnere mich an keinen vergleichbaren Fall.“

          Das Alter des Gebäudes ist für die Ingenieure ein weiteres Rätsel. Vierzig Jahre lang hatte es der Witterung an der Atlantikküste getrotzt. Sollte seine Konstruktion fehlerhaft gewesen sein, würde man einen früheren Einsturz erwarten. „Es muss sich also etwas Gravierendes verändert haben“, sagt Grohmann. Er geht zudem davon aus, dass hier mehrere Faktoren zusammenkamen, welche, ist noch unklar. Die Frage drängt, denn ringsum stehen ähnliche Häuser. Sie ist aber noch unter den Trümmern verbogen. Fachleute für „forensic engineering“ werden ihr nun auf den Grund gehen. Ihre Arbeit kann Jahre dauern.

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