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Filmschnee : Weißes für Westeros

  • -Aktualisiert am

Ganz und gar keine Frostbeule: Jon Snow, einer der Haupthelden des Filmepos, ist so cool, dass die weiße Pracht auf seinen Locken einfach liegenbleibt. Bild: HBO/Sky

„Game of Thrones“ geht in die Endphase. Für die neue Staffel werden Massen falschen Schnees benötigt. Wie stellt man das künstliche Weiß möglichst umweltverträglich her?

          7 Min.

          Die Eiszombies kommen. In den sechs Folgen der achten und letzten Staffel von „Game of Thones“ wird sich zeigen, ob die zerstrittenen Lords und Ladys auf dem fiktiven Kontinent Westeros noch etwas gegen die Untoten aus dem hohen Norden ausrichten können. Die Dreharbeiten fanden unter höchster Geheimhaltung statt, sicher ist nur: Viele Szenen spielen in Eis und Schnee. Da aber überwiegend in Nordirland gedreht wurde, wo es selbst im Januar eher selten schneit, mussten große Mengen Filmschnee her – eine Aufgabe für das Team von „Snow Business“.

          Das Unternehmen mit Hauptsitz in England verwandelt schon seit Jahrzehnten Filmsets in Winterlandschaften. Bei „Game of Thrones“ sollen rund dreißig Mitarbeiter der Firma im Dauereinsatz gewesen sein, heißt es. Der deutsche Ableger von Snow Business hat seinen Sitz in Greven bei Münster, ganz am Ende eines grauen Gewerbegebiets. Es ist Anfang März, Sturmböen rütteln am Wellblechdach, im Besprechungsraum sitzt Inhaber Lucien Stephenson und rührt in seinem Tee. Stephenson ist Engländer, seit kurzem besitzt er die deutsche Staatsbürgerschaft, den Brexit hält er für großen Unsinn. Äußerlich erinnert er an Tormund, den rotbärtigen Wildling. Sonst verbindet die beiden aber wenig. Stephenson ist kleiner und wesentlich freundlicher. Einige Schneetechniker der „Game of Thrones“-Produktion, erzählt er, seien auch Mitarbeiter bei ihm. Die Branche ist übersichtlich. In den Staffeln drei und vier hat er den Produzenten seine selbstentwickelten Schneemaschinen vermietet. Das seien die besten auf dem Markt, erklärt er stolz. Über den Ausgang der Serie aber hat auch er nichts erfahren. Dafür weiß er sehr genau, wie die Drehorte beschneit wurden. „Bei Game of Thrones wurden klassische Snow-Business-Techniken angewandt“, sagt Stephenson, also liegender und fallender Schnee sowie jede Menge Frost- und Eiseffekte. Die meisten Schneeszenen seien rund um Belfast gedreht worden. In der Serie ist dies der vom Haus Stark beherrschte Norden von Westeros. Als Kulisse für die Festung Winterfell, den Sitz der Starks, dient das Schloss Ward. Hier dürfte die erste Winterschlacht gegen die Horden der Wiedergänger stattfinden.

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