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Mathematikpreis 2014 : Fields-Medaille an Iranerin Maryam Mirzakhani

Maryam Mirzakhani, Gewinnerin der Fields-Medaille 2014. Bild: Stanford University

Das gab es noch niemals zuvor. Eine Frau hat die höchste Auszeichnung für Mathematik erhalten, die Fields-Medaille.

          In der fast achtzigjährigen Geschichte der Fields-Medaille hat zum ersten Mal eine Frau die begehrte Auszeichnung erhalten. Die 36-jährige Maryam Mirzakhani wurde mit dem renommierten Preis ausgezeichnet, der am Mittwoch im Rahmen des Internationalen Mathematiker-Kongresses in Seoul von der „Internationalen Mathemathischen Union“ (IMU) in Seoul verliehen wurde. Mirzakhani stammt aus dem Iran und lehrt und forscht an der Stanford University in Kalifornien.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Fields-Medaille, die seit 1936 alle vier Jahre verliehen wird, gilt als Nobelpreis der Mathematik. Damit werden Mathematiker geehrt, die das vierzigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Mirzakhani, die im Iran sehr bekannt ist, nannte die Auszeichnung eine „große Ehre“. Sie hoffe darauf, dass sie viele andere junge Wissenschaftlerinnen und Mathematikerinnen bestärken werde, hieß es in einer Mitteilung ihrer Universität. Sie sei sich sicher, dass künftige viele Frauen derartige Preise erhielten.

          Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-Hye im Kreis der Fields-Medaillen-Gewinner 2014: Martin Hairer (links), Manjul Bhargava (zweiter von links), Artur Avila (rechts) und Maryam Mirzakhani (dritte von rechts).

          Die Mathematikerin wurde für ihre „herausragenden Beiträge“ zur Dynamik und Geometrie von Riemannschen Flächen ausgezeichnet. Ihre Arbeiten hätten Methoden verschiedener Gebiete wie algebraische Geometrie, Topologie und Wahrscheinlichkeitsrechnung zusammengebracht, begründete die Jury der IMU ihre Entscheidung.

          Bei den Riemannschen Flächen handelt es sich um abstrakte geometrische Gebilde in  Räumen, die weit mehr als drei Dimensionen besitzen. Mirzakhani untersuchte, wie sich geodätische Linien, also die kürzesten Wege zwischen zwei Punkten, auf Riemannschen Flächen verhalten. Ende der fünfziger Jahre ist bewiesen worden, dass die Zahl der geodätischen Linien exponentiell mit deren Länge zunimmt. Allerdings kreuzen sich die meisten dieser Geodäten. Mirzakhani konnte beweisen, dass die Zahl der sich nicht kreuzenden geodätischen Linien nur mit einer Potenz ihrer Länge anwächst.

          Mirzakhani wurde 1977 in Teheran geboren und gewann schon als Jugendliche Goldmedaillen bei internationalen Mathematik-Olympiaden. Die Geometrie-Expertin machte ihren Doktor 2004 an der Eliteuniversität Harvard. Danach wechselte sie an die Princeton University. Seit 2008 ist sie Professorin in Stanford, wo sie mit ihrem Mann und ihrer dreijährigen Tochter lebt.

          Die drei weiteren Preisträger sind: Artur Avila, 1979 in Rio de Janeiro geboren, wird für seine Arbeiten zur Theorie dynamischer Systeme ausgezeichnet. Der Mathematiker, der an der Denis Diderot Universität in Paris arbeitet, hat untersucht, wie sich chaotische Systeme verhalten, wenn sie in ihrer Entfaltung durch bestimmte Regeln eingeschränkt werden. Das spielt beispielsweise bei Wettervorhersagen eine Rolle. Manjul Bhargava, 1974 in Hamilton (Ontario) geboren, wird für seine Leistungen in der Zahlentheorie geehrt. Der Doktorvater von Bhargavas, der an der  Princeton University forscht und lehrt, war Andrew Wiles, dem Ende der Neunzigerjahre der Beweis des berühmten Satzes von Fermat gelungen war. Martin Hairer, gebürtiger Österreicher, arbeitet an der University of Warwick in Coventry. Das Spezialgebiet des 39-jährigen sind partielle Differentialgleichungen, mit deren Hilfe man das Klima, aber das Verhalten von Aktienmärkte simuliert.

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