https://www.faz.net/-gwz-a2fpz
 

Erneuerbare Energien : Windräder als Wettermacher?

  • -Aktualisiert am

Offshore-Windpark „Nordsee 1“ vor der ostfriesischen Insel Spiekeroog. Bild: dpa

Die Windräder, die mittlerweile einen großen Teil des erneuerbaren Stroms liefern, drehen offenbar falsch herum, so dass ein Teil der kostbaren Energie verloren geht. Doch das ist noch nicht alles: Jetzt sollen die Windmühlen sogar lokal das Wetter verändern.

          1 Min.

          Ach, wäre die Erde doch nur eine Scheibe und keine rotierende Kugel. Was wäre uns dann nicht alles erspart geblieben. Wir müssten uns beispielsweise nicht mit dem Coriolis-Effekt herumschlagen, der erklärt, warum Wirbelstürme nördlich des Äquators gegen und auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn rotieren. Und auch um unsere Windräder, die den Großteil der erneuerbaren Energien erzeugen, wäre es besser bestellt. Denn es hat sich herausgestellt, dass unsere Windräder so konstruiert sind, als wirbelten sie auf einer flachen Erde und nicht auf einem rotierenden Globus vor sich hin.

          Wer aufmerksam durch die Lande reist, wird feststellen, dass sich alle modernen Windräder in Windrichtung betrachtet stets im Uhrzeigersinn drehen. Dabei sind rechts zirkulierende Windmühlen gar keine gute Idee – zumindest nicht für Windfarmen auf der Nordhalbkugel. Zwei Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt haben berechnet, dass Windräder in der zweiten Reihe einer Windfarm zwischen 11 und 23 Prozent mehr Strom produzieren könnten, wenn sich die Rotoren der ersten Reihe gegen den Uhrzeigersinn drehen würden. Wird also ein Teil der kostbaren Windenergie verschenkt, die wir in Deutschland zum Erreichen der Energiewende so dringend benötigen?

          Bringen die riesigen Rotorblätter das Wetter durcheinander?
          Bringen die riesigen Rotorblätter das Wetter durcheinander? : Bild: dpa

          Noch eine Betrachtung, diesmal eines amerikanischen Atmosphärenforschers, trübt den Traum von endlos klimafreundlichen Windparks. Er sagt: Windmühlen sind mit ihrer Höhe von einigen hundert Metern und ihren fünfzig Meter langen Rotorblättern regelrechte Wettermacher. Wie Lee Miller aus Massachusetts jetzt in der Zeitschrift „Physics Today“ schreibt, hätten seine Messungen gezeigt, dass die Turbinen die Windgeschwindigkeit reduzierten, gleichzeitig aber auch Turbulenzen erzeugten, die sogar noch in 75 Kilometer Entfernung nachgewiesen werden könnten.

          Der natürliche Luftaustausch zwischen der unteren Atmosphäre und der Erdoberfläche verändere sich, und bodennahe Luftschichten würden aufgewärmt, was sich vor allem nachts bemerkbar mache. Eine Temperaturerhöhung von bis zu 0,3 Grad wurde in der Umgebung eines Windparks im nördlichen Texas gemessen. Nur ein kleiner Effekt. Viele werden ihn dennoch ganz sicher im Auge behalten.

          Weitere Themen

          Zeitungen haben eine Zukunft!

          Bedeutung von Medien : Zeitungen haben eine Zukunft!

          Die Printmedien stecken in einer Krise. Doch der Historiker und Soziologe Michael Schudson gibt auch traditionellen Presseorganen eine Zukunft – zumindest einigen.

          Topmeldungen

          Kahrs saß für die SPD fast zwölf Jahre im Parlament, zwei Jahre lang saß er dem Haushaltsausschuss vor.

          Cum-Ex-Ermittlungen : Die Spur führt ins Zentrum der Hamburger SPD

          Im Cum-Ex-Skandal ist die Rolle von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz weiterhin unklar. Nun wurde bei einem Vertrauten die Wohnung durchsucht. Weitere Beschuldigte sind ein ehemaliger Senator und eine Finanzbeamtin.
          Winfried Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

          Zu wenige Gemeinsamkeiten? : Kretschmann zweifelt an der Ampel

          Bei den Grünen sind viele für ein Bündnis mit der SPD. Doch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg hadert mit einer Koalition, die von den Sozialdemokraten angeführt wird. Die Union wäre ihm als Partner lieber.
          Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus (CDU) vor Beginn der ersten Fraktionssitzung

          Liveblog Bundestagswahl : Kompromiss für Unions-Fraktionsvorsitz geplant

          Brinkhaus einziger Bewerber +++ Söder: „Ergebnis ist kein Regierungsauftrag“ +++ Habeck: „Die Frage, wer Vizekanzler wird, ist völlig irrelevant“ +++ Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.