https://www.faz.net/-gwz-6uyew

Energie : Die Solarzellen von der Wäscheleine

Wird der Solarstrom bald auch erschwinglich für Entwicklungsländer? Bild: Tobias Schmitt

Solarzellen auf Polymerbasis sind extrem biegsam und günstig in der Herstellung. Forscher von der Technischen Universität Chemnitz können sie nun auch auf Papier drucken. Eine Lösung für die Menschen in den Entwicklungsländer, die preiswerte Energiequellen dringend benötigen?

          Extrem biegsam und günstig herzustellen sind die Solarzellen, die Wissenschaftler von der Technischen Universität Chemnitz entwickelt haben. Die Solarmodule lassen sich nach Belieben knicken, falten und sogar zusammenknüllen, ohne dass sie stark an Funktion einbüßen. Möglich wird das durch das Herstellungsverfahren. Die Solarzellen werden nämlich anders als ihre Pendants aus Silizium auf normalem Papier gedruckt, wobei man die gängigen Drucktechniken verwenden kann.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Licht zu Strom

          Das lichtaktive Material der Solarzelle - ein Polymer, dem fußballförmige Fullerene beigemischt sind - ist zwischen einer dünnen Anode aus Zinkoxid und einer transparenten Polymer-Elektrode eingebettet. Dringt Licht durch die Kunststoffelektrode, werden die Photonen von der photoaktiven Schicht absorbiert, wobei Elektronen und positive Ladungsträger, sogenannte Löcher, entstehen. Elektronen und Löcher wandern zu den jeweiligen Elektronen, und ein Strom wird generiert.

          Grüner Strom für Entwicklungsländer?

          Da man als Trägermaterial druckfähiges Papier verwendet, sind die Solarzellen überall dort herstellbar, wo man über Druckmaschinen verfügt ("Advanced Energy Materials", doi: 10.1002/aenm.201100394). So könnte man nach Ansicht der Forscher um Arved Hübler auch Entwicklungsländern eine günstige und umweltfreundliche Energiequelle zur Verfügung stellen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Wirkungsgrad - er beträgt derzeit nur  1,3 Prozent bei einer Spannung von 0,5 Volt - beträchtlich gesteigert wird. Zum Vergleich: Kommerzielle Silizium-Solarzellen, deren Lebensdauer etwa 25 Jahre beträgt,  haben einen  Wirkungsgrad von  zehn Prozent und mehr. Sie sind aber deutlich aufwendiger herzustellen. Hübler und seine Kollegen wollen die Effizient auf fünf Prozent verbessern, damit die gedruckten Solarzellen auch bei einer typischen Lebensdauer von nur einigen Monaten noch wirtschaftlich interessant sind.

          Weitere Themen

          Wie der Kohlenstoff die Elektronik erobert

          I am RV16CNano! : Wie der Kohlenstoff die Elektronik erobert

          Die Silizium-Elektronik ist in der Sackgasse: Mit einem Mikroprozessor aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen könnte der Halbleiter abgelöst und das befürchtete Ende der Miniaturisierung verhindert werden.

          Topmeldungen

          Klopp beim FC Liverpool : Kurz vor der Königsweihe

          Jürgen Klopp hat mit Liverpool die Champions League gewonnen, die Fans aber sehnen seit beinahe dreißig Jahren die Meisterschaft herbei. Sie wollen nicht mehr warten.
          Peter Schaar ist Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz

          Ein Datenschützer im Gespräch : „Es ist ein Spiel mit dem Feuer“

          Kameras an öffentlichen Plätzen gehören nicht nur in China zum alltäglichen Bild. Aber führt Massenüberwachung wirklich zu größerer Sicherheit für den Einzelnen? Ein Gespräch mit dem Datenschutzfachmann Peter Schaar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.