https://www.faz.net/-gwz-7nxck

Einsteins Fernwirkung : Drei Photonen treiben seltsamen Spuk

Die Photonen wurden solche Hunderte von Metern entfernt stehende Messstationen übertragen. Bild: QCI

Einsteins spukhafte Wirkung besteht Härtetest. Auch drei verschränkte Lichtteilchen zeigen ein perfekt abgestimmtes Verhalten.

          Das Phänomen der Verschränkung - wegen seiner seltsamen Anmutung von Albert Einstein einst als „spukhafte Fernwirkung“ bezeichnet - gilt offenkundig auch uneingeschränkt zwischen drei weit entfernten Lichtteilchen. Das haben Physiker von den Universitäten Innsbruck und Waterloo in einem Freilandversuch gezeigt.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Um die Gültigkeit der Quantenphysik auzuloten, hatte man in den bisherigen Versuchen vor allem zwei stark miteinander korrelierte Photonen auf getrennte Wege geschickt und  registriert. Gregor Weihs und seine Kollegen erzeugten die perfekt abgestimmten Photonentripletts mit einer speziellen Lichtquelle.

          Geisterhafte Übertragung

          Von drei Lichtteilchen schickten sie jeweils zwei Photonen über getrennte Glasfasern zu einer 772 Meter und zu einer 686 Meter entfernten Messstation. Das dritte Photon wurde am Ort der Photonenquelle belassen und dort nachgewiesen.

          An den Zielorten überprüfte man die Verschränkung. Fast alle Teilchentripletts waren stark miteinander korreliert, wobei sich die Eigenschaft eines Photons (die Polarisationsrichtung) an einem Ort unmittelbar änderte, sobald der Zustand eines der beiden übrigen Partner an den beiden anderen Orten feststand und umgekehrt. Wie die Forscher in der Zeitschrift „Nature Photonics“ berichten,  Die Forscher konnten ausschließen, dass die Schwingungsrichtungen der Teilchen von Anfang an bekannt waren und auch nicht während des Fluges zum Nachweisort auf irgendeine Art und Weise ausgetauscht  werden können.

          Erst durch die Messungen wurden die Polarisation festgelegt, wie es die spukhafte Fernwirkung voraussagt.

          Weitere Themen

          Gefährliche Riesen

          FAZ Plus Artikel: Aktive Vulkane : Gefährliche Riesen

          Eine halbe Milliarde Menschen leben im Schatten aktiver Vulkane. Die Wissenschaft arbeitet fieberhaft an besseren Methoden zur Vorhersage des nächsten Ausbruchs.

          Grönlands Gletscher kalben immer schneller Video-Seite öffnen

          4 Kilometer pro Jahr : Grönlands Gletscher kalben immer schneller

          Die Gletscher auf Grönland verlieren immer schneller an Masse, manche ziehen sich pro Jahr um vier Kilometer zurück. Ein Nasa-Forscher schätzt, dass in diesem Jahr mehr Eis verschwinden könnte als jemals zuvor.

          Topmeldungen

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU, Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.
          Hans-Georg Maaßen im CDU-Wahlkampf vor der Landtagswahl in Sachsen am 1. September

          Streit über Parteiausschluss : Maaßen dankt Schäuble für Unterstützung

          Im Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen geht Wolfgang Schäuble auf Distanz zur CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident bekennt: „Das war wohltuend.“
          Auch Sojabohnen aus Amerika werden betroffen sein.

          Importe aus Amerika : China kündigt neue Zölle an

          Von Mitte Dezember werden fast alle chinesischen Importe in die Vereinigten Staaten mit Strafzöllen belegt sein. Diese Entwicklung lässt die chinesische Regierung nicht unbeantwortet.

          Boris Johnson und Twitter : Fuß auf dem Tisch? Skandal!

          Boris Johnson legt bei Präsident Macron flegelhaft den Fuß auf den Tisch – oder war doch alles ganz anders? Warum „Footgate“ ein Beispiel für die fatale Empörungsroutine in den Netzwerken ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.