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Sprengwaffe : Großvaters Vakuumbombe

  • -Aktualisiert am
Russlands neue Vakuumbombe
          4 Min.

          Ausgerechnet am 11. September zeigte das russische Fernsehen Bilder vom Test einer neuartigen Bombe. Nach Darstellung russischer Militärs handelte es sich dabei um die weltweit stärkste konventionelle Waffe. Ihre Sprengwirkung sei der taktischer Kernwaffen vergleichbar. Der russische Fernsehsender ORT nannte sie den „Vater aller Bomben“. Denn es gab ja schon die „Mother Of All Bombs“ (Moab) der amerikanischen Air Force. Sie heißt eigentlich „Massive Ordnance Air Blast Bomb“ und wurde am 11. März 2003 in Florida getestet. Nun nehmen die russischen Entwickler für sich in Anspruch, ihre rund sieben Tonnen schwere Bombe sei wesentlich stärker als der 9,5 Tonnen schwere amerikanische Superkracher.

          In den russischen Verlautbarungen war von einer Bombe „völlig neuen Typs“ die Rede. Doch in Wahrheit ist das Prinzip hinter dieser sogenannten Vakuumbombe keineswegs neu. Es wurde während des Zweiten Weltkrieges im Machtbereich des nationalsozialistischen Deutschlands entwickelt.

          Mechanismus längst bekannt

          Ihre wahren Erfinder gehörten zu einer Gruppe unter Leitung des österreichischen Physikers Mario Zippermayr. Freilich kam dies erst jetzt heraus, nachdem vor wenigen Jahren einige - längst nicht alle - amerikanische und britische Unterlagen über deutsche Waffenentwicklungen freigegeben wurden.

          Zippermayr wurde 1899 in Mailand als Sohn eines Unternehmers aus Steyr geboren. Er studierte in Freiburg und Karlsruhe, wurde 1927 in Wien zum Dr.-Ing. promoviert und 1938 in Physik habilitiert. Bereits im Mai 1933 trat er der in Österreich verbotenen NSDAP bei (Mitgliedsnummer 66) und 1938 der SS. In deren Sicherheitsdienst (SD) war er zunächst Mitarbeiter des Leitabschnitts Wien, leitete dann aber seit 1939 das kartographische Institut der Hauptvermessungsabteilung Wien.

          Seit Kriegsausbruch diente er bei einer Flak-Ersatzabteilung in Regensburg. Die Tätigkeit Zippermayrs für die Luftwaffe und der Aufbau seines Forschungsinstituts dürften erst 1942 begonnen haben. Umso erstaunlicher waren die raschen Fortschritte der Gruppe. Zippermayr war allerdings nicht ihr wissenschaftlicher Kopf, sondern ihr dem Nazi-Regime treu ergebener Manager.

          SS versuchte Sprengsatz fronttauglich zu bekommen

          Nach den Angaben des amerikanischen Forces Austria Counter-Intelligence Corps arbeitete seine Gruppe mit 35 Mitarbeitern in Wien und Lofer, Tirol. Wichtigstes Forschungsprojekt war die Entwicklung eines hochexplosiven Sprengkopfes, mit dem die Flak-Raketen „Enzian“ und „Schmetterling“ bestückt werden sollten. Dazu testeten die Wissenschaftler 1943 in der Nähe von Wien einen kleinen thermobarischen Sprengsatz mit 60 Kilo eines Gemisches aus Kohlenstaub und flüssigem Sauerstoff. Dabei gingen noch in einer Entfernung von 1,5 Kilometern Fenster zu Bruch.

          Eine Beschleunigung erfuhr das Projekt in der zweiten Hälfte des Jahres 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie und dem Attentat auf Hitler. Die SS zog nunmehr die modernsten Waffenentwicklungen an sich und versuchte diese noch fronttauglich zu bekommen. Neben zahlreichen abenteuerlichen Ideen gehörten dazu auch technisch sehr anspruchsvolle Projekte wie die Entwicklung von Nervengasen, Raketen und nuklearen Sprengsätzen.

          Deutsche hatten „liquid air bombs“

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