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Robotik : Die Stammtische der Roboterschwärme

Erfahrungsausstausch im Roboterschwarm Bild: Universität Stuttgart

Roboter sind nicht mehr zwangsläufig zur Einsamkeit verdammt. Inzwischen dürfen sie sich sogar als soziale Wesen versuchen. In Experimenten tauschen Roboter Informationen aus und lernen voneinander.

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          Als fremdgesteuerte oder autonome Individualisten haben es Roboter schon zu einiger Berühmtheit gebracht, in Haushalten, Fabriken und Kliniken wie in Spielzimmern. Doch Roboter können auch ganz anders. Gelegentlich dürfen sie sich inzwischen sogar als soziale Wesen versuchen. Anstelle der stummen Eigenbrötler schweißen die Wissenschaftler die mobilen Apparate zu Verbünden zusammen, die ihre computergesteuerten Ausflüge nicht auf sich allein gestellt in Angriff nehmen, sondern erst miteinander zu wahren Helden der Technik werden.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Eine Schweizer Gruppe um Laurent Keller von der Universität Lausanne etwa hat viele kleine, fahrbare Maschinen gebaut, die es nach einer Reihe von Experimenten geschafft haben, eine in der „Nahrungssuche“ besonders erfolgreiche Gruppe zu bilden. Das Siliziumhirn der Roboter besteht aus einem primitiven neuronalen Netz mit weniger als drei Dutzend künstlicher „Nervenzellen“, das die Apparate nach einem Lernprozess in die Lage versetzt, sich frei zu bewegen und lohnende Ziele anzupeilen wie diese Nahrungsquelle, die rotes Licht aussendet.

          Erfolg spricht sich herum

          Immer, wenn die Roboter mit ihrem Infrarotsensor über eine graue Platte in der Nähe dieser Nahrungsquelle fahren, senden sie blaues Licht aus und signalisieren ihren Kameraden, dass es sich um ein lohnendes Ziel handelt. Erfolg spricht sich schnell herum. Allerdings hängt dieser Erfolg von der „genetischen“ Konstitution des einzelnen Roboters ab. Die Forscher haben die Roboter nämlich mit einem Simulationsprogramm so eingestellt, dass sie mehr oder weniger schlecht die Ziele erreichen und darüber hinaus auch mehr oder weniger eng miteinander verwandt sind. Die erfolgreichsten Nahrungssucher wurden herausselektiert.

          Kommunikative Mini-Roboter: Euro-Münze zum Größenvergleich

          Wie die Forscher in der Zeitschrift „Current Biology“ berichten, waren am Ende jeweils jene Robotergruppen am erfolgreichsten, die rasch lernten, besonders emsig Lichtsignale auszutauschen – und das taten besonders häufig die „genetisch“ nahe verwandten Maschinen. Ganz wie im richtigen Bienenleben. Evolution im Roboterschwarm sozusagen. Über den weltweit größten Schwarm solcher intelligenter, kommunikativer „Arbeitsbienen“ wollen inzwischen die Forscher am Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart verfügen. Dort zählt der Schwarm schon an die dreihundert Mikroroboter.

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