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Astrophysik : Ein flüssiges Universum?

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Kosmologen können die Entwicklung des Universums in inzwischen fast vollkommen nachvollziehen. Rätselhaft bleibt bisher der Moment vor dem Urknall. Danach könnte das Universum zunächst einmal flüssig gewesen sein.

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          Das Universum war direkt nach dem Urknall vermutlich flüssig. Das schließen dänische Forscher aus Experimenten am weltstärksten Kernbeschleuniger RHIC am Brookhaven National Laboratory (BNL) in den Vereinigten Staaten, wie die Universität Kopenhagen am Dienstag mitteilte.

          Mit seiner enormen Kollisionsenergie bildet der RHIC rund 1000 Milliarden Grad Celsius heiße Urmaterie vom Anbeginn der Zeit vor rund 13,7 Milliarden Jahren nach. Das Gemisch aus den fundamentalen Materiebausteinen, Quarks und Gluonen, ging demnach in der ersten millionstel Sekunde des Universums vermutlich durch eine flüssige Phase, bevor es zu Atomkernteilchen kondensierte.

          Verhalten wie eine Flüssigkeit

          „Wir sehen zum ersten Mal klare Hinweise darauf, daß Quarks und Gluonen sich wie eine Flüssigkeit verhalten“, erläuterte Professor Jens Jørgen Gaardhøje von der Universität Kopenhagen. Bislang seien Forscher davon ausgegangen, daß die Quarks und Gluonen allein ein Gas geformt hätten. „Der Weg des jungen Universums sah sehr wahrscheinlich so aus: von einem idealen Gas aus Quarks und Gluonen in den allerersten Momenten über eine flüssige Phase bis zum Einfang in der heutigen Materie“, sagte Gaardhøje.

          Quarks sind die Bausteine der Atomkernteilchen. Sie werden von den Gluonen wie durch eine Art „Gummibänder“ zusammengehalten.

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