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Abelpreis an Jakow Sinai : Meister des Billard

  • Aktualisiert am

Abelpreisträger 2014, Jakow Sinai Bild: dpa

Seit 2003 werden jährlich die Lebenswerke von Mathematikern geehrt. Dieses Jahr erhält den mit 750.000 Euro dotierten Abelpreis der russische Mathematiker Jakow Grigorjewitsch Sinai.

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          Der Abelpreis geht dieses Jahr an den russische Mathematiker Jakow Grigorjewitsch Sinai von der Princeton University und dem Landau Institut für theoretische Physik der russischen Akademie der Wissenschaften bei Moskau. Mit dem norwegischen Preis, der als eine der wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Welt gilt und dem Nobelpreis entspricht, wird der 78 Jahre alte Mathematiker „für seine grundlegenden Beiträge zu dynamischen Systemen, ergodischer Theorie und mathematischer Physik“ geehrt. Das gab die norwegische Wissenschaftsakademie an diesem Mittwoch in Oslo bekannt.

          Sinai, der 1935 in Moskau geboren und 1960 an der renommierten Lomonossow-Universität promoviert wurde, gilt als einer der einflussreichsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts. Er habe „bahnbrechende Ergebnisse in der Theorie der dynamischen Systeme, der mathematischen Physik und der Wahrscheinlichkeitstheorie erzielt“, hieß es aus Olso. „Viele seiner Forschungen ist zu einem Standard-Werkzeugkasten für mathematische Physiker geworden.“

          Chaotisches Spiel mit der Bande

          Bekannt sind Sinais Untersuchungen zu Ergodizität (Langzeitverhalten) von „Billard“-Systemen. Darunter versteht man Vielteilchensysteme, deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, also auch das Billardspiel. Seine Forschungen haben zahlreiche Gebiete der Physik und Biologie vorangebracht.

          Norwegens König Harald V. überreicht den von der Regierung gestifteten Abelpreis am 20. Mai bei einer Zeremonie in Oslo. Er ist mit sechs Millionen norwegischen Kronen (rund 750 000 Euro) dotiert und wird seit 2003 jährlich für „Beiträge von außerordentlicher Tiefe und Einfluss auf die mathematischen Wissenschaften“ vergeben.

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