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Auszeichnung in Medizin : Nobelpreis geht an Zellforscher in Amerika und Großbritannien

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Auf einer Pressekonferenz verkündet das Nobelkomitee mit den Mitgliedern Patrik Ernfors (vorne von l.n.r.), Anna Wedell und Randall Johnson den Nobelpreis für Medizin 2019, während die drei Gewinner auf eine Leinwand projiziert werden. Bild: dpa

Die beiden Amerikaner William Kaelin und Gregg Semenza sowie der Brite Peter Ratcliffe sind mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet worden. Geehrt wurden sie für ihre Entdeckung molekularer Mechanismen, die für den Sauerstoffhaushalt wichtig sind.

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          Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die Amerikaner William Kaelin und Gregg Semenza sowie Peter Ratcliffe aus Großbritannien für ihre Entdeckung molekularer Mechanismen, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

          Die Kenntnis dieser Mechanismen sei wichtig für die Behandlung zahlreicher Krankheiten, hieß es von der Nobeljury. Die Entdeckung habe den Weg freigemacht für vielversprechende Strategien etwa gegen Blutarmut, Krebs und viele andere Erkrankungen. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet 830.000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

          Seit 1901 haben 216 Menschen den Medizin-Nobelpreis erhalten, darunter 12 Frauen. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie.

          William Kaelin von der Harvard Medical School Bilderstrecke

          Im vergangenem Jahr hatten der Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo den Preis für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs erhalten.

          Mit dem Medizin-Preis startete der Nobelpreis-Reigen. Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises benannt. Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe der diesjährigen Literatur-Nobelpreisträger. In diesem Jahr werden ausnahmsweise zwei Autoren geehrt, da der Preis 2018 nach einem Skandal im Jurygremium nicht vergeben wurde.

          Am Freitag wird bekannt, wer den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält. Die Verkündung der Preisträger endet am folgenden Montag, 14. Oktober, mit dem von der schwedischen Reichsbank gestifteten sogenannten Wirtschafts-Nobelpreis.

          Die feierliche Vergabe aller Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

          Bereits am 25. September waren die vier Träger der diesjährigen Alternativen Nobelpreise von der Right Livelihood Stiftung bekanntgegeben worden. Es sind die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die Menschenrechtskämpferin Aminatu Haidar aus der Westsahara, die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei sowie der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa.

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