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FAZ.NET-Spezial : Die Nobelpreise 2008

  • Aktualisiert am

Die Nobelpreis-Medaille Bild: AP

Die Nobelpreise des Jahres 2008 werden in diesen Tagen verliehen. Wer erhält welche Auszeichnung? Welche Forschungsrichtungen wurden als wegweisend erachtet? FAZ.NET fasst die Hintergründe zu den bedeutendsten Auszeichnungen der Welt zusammen - in einem FAZ.NET-Spezial.

          2 Min.

          Die neuen Träger des Nobelpreises in den verschiedenen Disziplinen stehen fest. FAZ.NET nennt die Namen der Preisträger und beleuchtet ihre herausragenden wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen. Berücksichtigt werden auch der alternative Nobelpreis und die Ig-Nobelpreise für „unsinnige“ Forschung.

          Medizin:

          Mit dem Heidelberger Krebsforscher Harald zur Hausen wurde in diesem Jahr erstmals seit 1999 wieder ein deutscher Forscher mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Zur Hausen erhält den Preis für die Entdeckung des so genannten Papillom-Virus, das gefährlichen Gebärmutterhalskrebs bei Frauen auslösen kann. Mit seiner Forschung schuf zur Hausen die Grundlagen für einen heute bereits angewandten Impfstoff. Zur Hausen teilt sich die höchste Auszeichnung seines Fachs mit den Franzosen Luc Montagnier und Françoise Barré-Sinoussi, die das Aidsvirus entdeckt haben. Der lange als Nobelpreiskandidat gehandelte amerikanische Aidsforscher Robert Gallo geht hingegen leer aus. (siehe Nobelpreis für Medizin: Die Früchte eines Doppellebens)

          Physik:

          Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an zwei japanische und einen amerikanischen Forscher. Die Physiker Yoichiro Nambu (Vereinigte Staaten), Makoto Kobayashi (Japan) und Toshihide Maskawa (Japan) erhalten die höchste Auszeichnung ihres Faches, weil sie bedeutende
          Erklärungen zur Existenz des Universums lieferten. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Die Vorhersagen und Rechnungen der Physiker lieferten entscheidende Bausteine für das Standardmodell, mit dem die moderne Physik den Kosmos erklärt. (siehe Physiknobelpreis: Die gebrochene Symmetrie des Mikrokosmos)

          Chemie:

          Der Nobelpreis für Chemie wird in diesem Jahr an einen Japaner und zwei amerikanische Forscher verliehen. Der Chemiker Osamu Shimomura, der Neurobiologe Martin Chalfie und der Physiologe Roger Tsien erhalten die Auszeichung für die Entdeckung und Entwicklung des Grün fluoreszierenden Proteins (GFP), das ursprünglich in Quallen vorkommt. Als Leuchtmarker habe sich dieses „zu einem der wichtigsten Werkzeuge“ in der Biologie entwickelt, begründete die Nobelpreis-Jury ihre Wahl. Mit seiner Hilfe können Zellen und Zellteile im lebenden Organismus für das menschliche Auge sichtbar gemacht werden. Die Laborforschung wurde so revolutioniert, weil sich biologische Prozesse beobachten lassen, die zuvor unsichtbar waren, etwa die Entwicklung von Nervenzellen im Gehirn oder die Streuung von Krebszellen. (siehe Nobelpreis für Chemie: Grünes Licht für die Molekularbiologie)

          Literatur:

          Damit hatten in der Literaturszene vergleichsweise wenige gerechnet: Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den französischen Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clézio. Der 68-jährige Autor sei ein „Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase“, ein „Erforscher einer Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilsation“, begründete die Nobelpreis-Jory ihre Wahl. Damit gingen die amerikanischen Autoren Don DeLillo, John Updike und Philip Roth, die neben anderen zu den Favoriten auf den Preis zählen, abermals leer aus. (siehe Der Literaturnobelpreis 2008 geht an Franzosen Le Clézio)

          Frieden:

          Den Friedensnobelpreis erhält in diesem Jahr der frühere finnische Präsident Martti Ahtisaari. Der 71-jährige Diplomat wird für zahlreiche internationale Vermittlerdienste zur Beendigung von Kriegen und Konflikten geehrt, unter anderem im Kosovo. Als Ahtisaaris wichtigste Leistung gilt die Beendigung des Bürgerkriegs in der indonesischen Unruheprovinz Aceh 2005. Der Preis ist mit umgerechnet einer Million Euro dotiert. (siehe Nobelpreisträger Ahtisaari: Gefragter Krisendiplomat)

          Wirtschaft:

          Der amerikanische Wissenschaftler Paul Krugman erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Wirtschaft. Zur Begründung nannte die Königlich-Schwedische Akademie Krugmans „Analyse von Handelsmustern und die Ansiedlung ökonomischer Aktivitäten“. Krugman ist Professor an der Universität Princeton und ein ständiger Kolumnist der „New York Times“. Er gilt als Kritiker der Bush-Regierung. Es ist bereits das neunte Mal in Folge, dass der Wirtschaftsnobelpreis in die USA geht. (siehe Ökonomie: Ein politischer Nobelpreis)

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