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Globale Klimaerwärmung : Billionen Tonnen Eis sind einfach weg

Auf den Eispanzern bilden sich immer öfter riesige Schmelzwassertümpel und -seen, die das Eis zusätzlich destabilisieren. Bild: dpa

Es geht schnell, aber keiner ahnt, wie schnell: Das Eis der Erde ist Sinnbild einer globalen Krise, die viele erst beim Reisen wahrnehmen. Die jüngsten Zahlen und Bilanzen der Polarforscher sind alarmierend.

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          Verrückte Sommer, auch im Eis: Anfang des Jahres, im südpolaren Sommer, waren 18,3 Grad auf der argentinischen Forschungsstation „Esperanza“ gemessen worden, es war die höchste je gemessene Temperatur so nah am Südpol. Danach Rekordhitze auf der gegenüberliegenden Seite des Globus, im eigentlich gefrorenen Teil Sibiriens jenseits des nördlichen Polarkreises. Und mittlerweile bewegt sich auch die Kurve für das bis September schmelzende Packeis im Nordpolarmeer verdächtig nahe am Allzeitminimum. Kein Zweifel: Die Eisschmelze der letzten Monate  spiegelt an vielen Stellen des Planeten wieder, was auch die weltweite Corona-Krise nur mühsam wird zudecken können. Die Erde bekommt immer schneller ein anderes Gesicht – weniger weiß und dafür mehr braun, blau und grau.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Kryosphäre der Erde ist mächtig unter Druck. Das ist der Teil auf der Erdoberfläche der schon sehr lange vereist und großteils von Eis bedeckt ist, und in dem  ein Großteil der Süßwasservorräte unseres Planeten gespeichert sind.  In diesen Wochen haben viele Polarforscher Bilanzen der Eisveränderungen vorgelegt, und sie weisen ausnahmslos alle in eine Richtung: Ins Minus, fast überall auf der Welt. Die Erderwärmung, die insbesondere an den Polen überdurchschnittlich schnell voran schreitet, fordert ihren Tribut.

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